Wiedersehen ; endlich

22Jan2017

Samstag 21.1.


Heute morgen haben wir in aller Frühe Piéla für die nächsten 4 oder 5 Tage verlassen. Unser Ziel ist heute Gayeri. Hier wohnt zur Zeit Angeline mit den Kindern. Aber wir fahren natürlich nicht einfach nach Gayeri. Der erste Stopp  wird in derSchule Sekouantou gemacht, um die angelieferten Schulbänke und Nahrungsmittel an die Schule zu übergeben. Immerhin 2 Tonnen Reis, 100 Kg Nudeln, 200 Liter Öl,  80 Kg Sardinen und 50 Kg Zucker. Obwohl Samstag ist sind sehr viele Kinder und die Elternvertretung anwesend. Nach meinem Hinweis bei unserem Besuch, letzte Woche,wurde der Garten schon wieder bepflanzt. Jetzt wachsen dort schon wieder Tomaten und Zwiebeln.

Weiter geht es nach Tobou. Hier wohnt die Familie meines Patenkindes. Als wir ankommen,ist nur der Opa zu Hause. Der Rest der Familie ist auf dem Feld Erdnüsse ernten. Kurz nach unserer Ankunft kommt unser Patenkind Jean Jaques, mit seinem Vater und den Zwillingen Paul und Pierre. Es beginnt die übliche höfliche Begrüßung, und nach und nach füllt sich der Hof. Zu meiner Überraschung hat die Mutter schon wieder ein Baby auf dem Rücken, es ist der kleine Jakob. Ich habe den Überblick verloren, das wievielte Kind er ist.Nummer 8 oder 9? 6 der Kinder sind anwesend. Die mitgebrachten Geschenke führen bei allen zu großer Freude. Mein Besuch ist aber kein reiner Höflichkeitsbesuch. Die schulischen Leistungen von Jean Jaques haben in den letzten 2 Jahren leider sehr nachgelassen, so das er 2 mal die Prüfung nach der 10. Klasse nicht bestanden hat und die Schule wechseln musste. Diese Prüfung berechtigt zum Besuch der letzten 3 Klassen zum Abitur. Ich habe ihm, übersetzt von Lorenzo, und Jean Didier fürs Gourmanche klargemacht, dass wir ihn nur  weiter  unterstützen, wenn er  die Prüfung im Sommer besteht. Er soll die Chance die er durch die Patenschaft hat nich so einfach vergeuden. Dabei ist es ganz egal ob ich der Vorsitzende der Partnerschaft bin oder nicht.Ich glaube die Worte sind angekommen, besonders weil Lorenzo als fast gleichaltriger, das gut rüber gebracht hat. Zum Abschluss hat Jean Jaques mir versprochen, alles für die Schule zu tun, um uns nicht zu enttäuschen. Ich habe ihm in englisch erklärt, dass er das nicht für uns macht, sondern für sich und seine Familie. Dann mussten wir auch schon  aufbrechen um noch ein weiteres Patenkind in Tobou zu besuchen. Die nächste Station führte uns zu einem Brunnen aus dem letzten Projekt 2015/ 2016  nach Diapada. Hier erlebten wir einen Volksfest ähnlichen Empfang mit Trommeln und sehr vielen Menschen. Am Brunnen, der übrigens auch sehr viel Wasser liefert (20.000 Liter die Stunde) ,  musste zur Ansprache erstmals ein Megaphon benutzt werden. Es wurde uns für unsere Unterstützung gedankt und hervorgehoben wie wichtig der Brunnen für die vielen Menschen sei. Die übliche Bitte nach weiterer Unterstützung dürft natürlich nicht fehlen. Hier ist der Wunsch nach einer Krankenstation. Bevor wir im Bistro auf ein Bier eingeladen wurden, bekamen Cesar, Lorenzo und ich jeder ein traditionelles Gewand geschenkt. Bilder werden folgen. Nach der Stärkung mit Bier, und für die Einheimischen auch gegrilltes Ziegenfleisch, ging es mit einem Führer auf einem Motorrad in Richtung Gayéri. Angeblich nur 34 Km ? allerdings wie so oft eigentlich nur Pfade für 2 Räder. So brauchten wir über 2 Stunden für die Strecke über tausende Schlaglöcher. Immer wieder bin ich froh, das wir hier ein vernünftiges Auto haben. 

In Gayeri angekommen, führt uns  César 's Schwager erst mal zu unserer Herberge, einem echt komfortables Hotel. Klimaanlage, Strom, Wasser und sauber. Dem würde garantiert nicht jeder in Deutschland zustimmen, aber für die hiesigen Verhältnisse,ist es echt sauber. Angeline ist noch bei der Arbeit, uns so fahren wir zuerst noch bei César's Schwager vorbei und bekommen direkt etwas zu essen und trinken. Zur Abwechslung mal kein Bier, sondern französischen Rotwein. Dann ging es endlich zum Haus, das Angeline für sich, die 3 Kinder und das Hausmädchen Natalie,  hier angemietet hat. Eigentlich zu groß und teuer, aber auf die schnelle gab es nichts anderes. Endlich ein Wiedersehen mit Wendy ??❤ und Arthur. Unser Patenkind Tony ist schon gut gewachsen in den knapp 4 Monaten. Ich freue mich auch Angeline wiederzusehen. Unser letztes Treffen war ja leider auch nur ein paar Stunden vor meinem Abflug. Wir essen dann gemeinsam und ich verteile meine mitgebrachten Geschenke für die Kinder und Angeline. Die Freude ist groß und die Dankbarkeit noch größer. Selbst Matthias und Jean Didier kommen um sich für die Geschenke an die Kinder und Angeline zu bedanken. Würde das jemand in Deutschland machen?? Am Abend gehen wir noch in ein Bistro/ Bar auf ein Bier. Die Bar gehört einem der vielen Verwandten aus Angeline's riesiger Familie. Wir trinken Bier und Limonade. Der Besitzer ist zur Zeit in Fada, lädt uns aber aus der Ferne noch eine Runde zukommen. So ist es schon wieder spät, und die ersten schlafen schon ein. Da die Messe um 7:00 Uhr ist beschließen wir,diese Mal auszulassen uns etas länger zu schlafen. Für Sonntag stehen nich so viele Termine an, so dass wir noch einen Tag mit der Familie verbringen können.

Ab Montag geht es in den Endspurt mit vielen wichtigen Terminen, Ausbildungszentren, Ministerium, Ein Dollar Brillen, und ein Verabschiedungs Marathon!!

Ich werde versuchen weiter von unserer Reise in die verschiedensten Städte berichten, sofern die Möglichkeit besteht. Bilder gehen erst wieder in Piéla oder in Facebook.

Bis dahin einen schönen Sonntag 

Uli

Viele Grüße von der ganzen Familie Beogo und Danke für alles.