Sonntag, Abschied und wichtige Termine

23Jan2017

Sonntag 22.1

Den Sonntag haben wir, wie geschrieben, ruhig angehen lassen. Erst was Brot besorgen und dann "Frühstück" Kaffe, Brot mit der mitgebrachten Butter und etwas Saft. Hier ist das frühstücken,so wie wir es kennen, nicht üblich. Wenn überhaupt isst man die Reste vom Vorabend, und diese einfach kalt. Nach dem Frühstück haben wir etwas Zeit um mit den Kindern zu spielen.Angeline die schon um 7:00 Uhr zur Arbeit musste,kommt um 10 kurz nach Hause um Tony zu stillen.Sie könnte ihn auch mitnehmen, aber es ist ihr zu gefährlich in der Krankenhaus Umgebung mit dem kleinen Mann. Wir treffen uns gegen Mittag mit den 8 Patenkindern einem Katecheten und einigen Eltern und erläutern den Kindern erneut die Themen, die wir auch beim großen Treffen in Piela erklärt haben. Die Kinder hier in Gayéri sind schon alle zwischen 15 und 19 Jahre alt, und man kann Ihnen alles sehr gut direkt erklären. Es ist eine sehr gute Runde und am Ende werden die jungen Menschen auch richtig locker und sprechen fast alle auch Englisch. Als wir nach Hause kommen hat Angeline mit Hilfe von Natalie schon gekocht. Am späten Nachmittag treffen wir uns noch mit einigen führenden Polizeibeamten auf ein/ zwei Bier und diskutieren schon heiß über das anstehende Fußballspiel . Kurz vor 7 wird dann geklärt wo wir das Spiel schauen. Angeline hat in ihrem Haus, außer einer kleinen Solaranlage, keinen Strom und somit keinen Fernseher. Wir fahren zu Angeline's großen Bruder und die Frauen bringen das ganze Essen einfach dorthin. Nach dem vielumjubelten Sieg der Étalons, so heißt die Fußballnationalmannschaft von  Burkina Faso 🇧🇫, gibt es ein reichhaltiges Abendessen, in dem die Perlhühner, die wir Mittags von den Vertretern der Patenkinder bekommen haben, den Mittelpunkt bilden. Dazu couscous, Kartoffeln, Pommes und Saltat. Um Mitternacht löst sich das ganze auf, die Kinder schlafen schon länger und werden schlafend oder halbschlafend mitgenommen. Cesar bringt uns ins Hotel und sagt, dass er uns um 5:15 Uhr abholt. Also heißt es schnell schlafen.

Montag 23.1

6:00 Uhr ich habe den Blog von gestern geschrieben nur von César noch keine Spur😄 aber so ist das hier, nur schade das ich mir den Wecker auf 4:45 Uhr gestellt habe😟. Kurz nach 6 kommt Cesar und wir fahren noch mal kurz bei Angeline und den Kindern vorbei um uns zu verabschieden. Es war schön das wir uns wenigstens diese 2 Tage gesehen haben, vielleicht schaffen wir es beim nächsten Mal alle zusammen zu sein. In der Familie ist das Leben noch mal was anders, auch wenn wir alleine mehr schaffen. Der Abschied ist, afrikanisch, kurz und schmerzlos. Gut 2 Stunden später sitzen wir in Fada beim Frühstück. Nach dem Frühstück geht der Besprechungsmarathon los. Zu erst treffen wir uns mit Abbe Landry, bei Ocades für Brunnenbohrungen und Latrinenbau zuständig. Auf unsere Bitte bei den nächsten Angeboten für Brunnen, auch Latrinen mit ins Angebot zu nehmen, berichtet er, dass sie gerade genau so etwas als eigenes Kleinprojekt gestartet haben. Sie bauen je Brunnen auch 10 Latrinen, und was ganz wichtig ist, sie schulen die Bewohner  warum und wie diese die Latrinen benutzen sollen. Im Anschluss verbringen wir 2,5 Stunden in einem Ausbildungszentrum,welches in insgesamt 7 Berufen ausbildet: Maurer, Schlosser, Elektriker, Schneider, Automechaniker, 2 Radmechaniker und Wasser und Sanitär Installateure. Man verfolgt hier aber ein anderes Konzept als im Ausbildungszentrum in Bousla. Die Ausbildung dauert nur 2 Jahre, hat zum Abschluss  auch nur ein Zertifikat über eine mit einer Prüfung abgeschlosse Ausbildung. Dieses  bietet keine Berechtigung zum Studium oder ähnliches. Uns wurde alles sehr genau erklärt, und es blieb keine unserer vielen Frage unbeantwortet. Wir konnten auch alle Werkstätten sehen und haben hierbei auch den Sohn von Matthias getroffen. Von Seiten des Ausbildungszentrum wurde eine Zusammenarbeit angeboten, diese muss ich aber zum besseren Verständnis mit César genau besprechen. Hiervon Berichte ich später oder zu Hause. Nach einem Besuch eines Ausbildungszentrum für Schneider und Frisöre, ging es zum wichtigsten Termine, der Zweigstelle des Ministeriums für Schule und Bildung. Leider musste ich bei diesem Termin mit harten Bandagen kämpfen. Die Meinung der Herren war, dass wir das Zentrum bauen und danach an den Staat übergeben. Das ist nach jetzigem Kenntnisstand aber nich möglich,bei BMZ geförderten Projekten.  Die Herren boten an,das wir das Zentrum ja selbst betreiben könnten, und sie Schüler inklusive Schulgeld zur Schule schicken würden. Das sie Schüler schicken glaube ich direkt, an das Schulgeld glaube ich nicht. Wenn es Probleme gäbe könne der Staat ja vielleicht helfen, war schon das letzte Angebot. Somit waren wir ziemlich schnell am Ende, da es nur sehr vage und unverbindliche Zusagen gab, die nicht mit unseren Plänen und den Vorgaben des BMZ passen. Wir möchten uns mit dem Berieb des Zentrums keinen schwer kalkulierbar Klotz am Bein hängen. Aus Gesprächen mit anderen Partnerschaften in Deutschland weiß ich, dass wenn man damit anfängt der Staat nicht daran denkt die Kosten zu übernehmen. Ok, somit eine Option geplatzt, wir haben noch andere, und diese werden wir weiter bearbeiten und hoffentlich zu einer einvernehmlichen Lösung kommen. Andernfalls müssen wir uns mehr Zeit nehmen. Zum Abschluss unseres Marathon besuchen wir noch ein berufsbildendes Gymnasium, wo wir auch nicht viel schlauer geworden sind. Jetzt sind wir hungrig und müde.

Für morgen haben wir etwas besonderes geplant, über das ich dann berichten werde. Lasst euch überraschen 😄🇩🇪🇧🇫

Beste Grüße 

Uli