Reisebericht die Zweite

30Nov2016

 

Reisebericht

 

30.11.2016

Teil 2:

 

Am heutigen Tag sind wieder 8 Tage seit meinem letzten Bericht vergangen – und ich kann wieder einiges Neues berichten!

Den Brunnenbesuch am letzten Dienstag mussten wir auf den Abend verschieben, da Cesar bei seiner Arbeit viel zu tun hatte. Am nächsten Tag hat mich Cesar zu der Schule Piéla A gefahren. Der Schuleiter ist sehr nett und hat mir nach einer herzlichen Begrüßung durch eine Schulklasse in seinem Büro seine tägliche Arbeit erklärt. Anschließend bin in eine der Klassen gegangen und habe mir eine Unterrichtsstunde angehört. Den Unterricht hat sich ein Lehrer mit einem Referendar geteilt. Außerdem saßen zwei weitere Referendarinnen, zeitweise mit Baby auf dem Arm, im hinteren Teil des Klassenraumes. Während des Unterrichts sind die Referendarinnen dann beim Leseunterricht durch die Reihen gegangen und haben Schülern geholfen dem Gehörten zu folgen und haben Ermahnungen ausgesprochen. Während meiner Schulbesuche habe ich leider auch ein paar Mal gesehen, wie ein Lehrer einem Schüler mit der Hand oder einem kleinen Ast ein Klaps auf den Hinterkopf gegeben hat. Allerdings ist das Schlagen der Schüler auch hier streng verboten. In der Unterrichtsstunde, die ich an dem Tag besuchte, wurden Texte auf französisch gelesen und anschließend wurde gerechnet. Am Nachmittag bin ich zusammen mit Matthias auf seinem Motorrad durch Piéla gefahren und wir haben Patenkinder besucht.

Auch am nächsten Tag bin ich zur Schule Piéla A gefahren und habe im Anschluss wieder mit Matthias und diesmal auch mit Etienne Patenkinder besucht. Cesar war für 2 Tage in das 160 km entfernte Fada gefahren, um sich dort mit Vertretern der GIZ zu treffen, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Am Freitag bin zur Schule Piéla C gefahren. Dort habe ich mir drei Unterrichtsstunden angeguckt. Die Schule beginnt um 7:15 und geht geht mit zwei größeren Pausen bis 16:00 Uhr. Wie die Schule Piéla A ist die Schule Piéla C eine École Primare, die mit einer Grundschule in Deutschland mit sechs Stufen vergleichbar ist. Schaffen die Schüler den Abschluss, können sie das College besuchen, dass sich aus vier Stufen zusammensetzt. Zum erfolgreichen Abschluss schreiben die Schüler das BPC Examen. Durch das Erreichen einer bestimmten Punktzahl können sie die noch notwendigen drei Stufen bis zum Abitur absolvieren. Damit geht die Schulzeit über insgesamt 13 Jahre, wenn man keine Stufe wiederholen muss. Nach dem Abitur müssen die jungen Leute zum studieren in eine der großen Städte fahren. Allerdings ist die Fächerauswahl der Universitäten wesentlich kleiner als bei uns. Die meisten Studenten wählen als Fächer Medizin, Lehramt, Jura oder Agrarwissenschaften. Viele junge Leute wählen auch eine Ausbildung, beispielsweise bei der Polizei.

Am Freitag Abend sind wir zu einem Schulgelände in der Nähe des Rathauses gefahren, um bei den Vorbereitungen für das morgige Fest zu helfen. Der Anlass des Festes ist die offizielle Einweihung des neuen Bürgermeisters von Piéla. Als Gäste sind auch einige hochrangige Minister von Burkina Faso eingeladen. Wie wir am nächsten Tag sehen können, ist auch das Fernsehen vertreten, das in den nationalen Nachrichten einen Bericht zu dem Fest ausstrahlt. Am Morgen sind wir also direkt nach dem Frühstück auf das Festgelände gefahren, da der Beginn auf 9 Uhr angesetzt ist. Als es zwei Stunden später dann wirklich losgeht, ist das Gelände voller Menschen, die um einen großen Platz sitzen oder stehen. In der Mitte des Platzes ist ein kleines Rednerpult aufgebaut. Ich sitze zwei Reihen hinter Cesar in dem großen Zelt, in dem auch die Minister sitzen. Das Programm besteht auf verschiedenen Reden, von denen auch Cesar eine hält. Zwischen den Reden gibt es immer wieder Auftritte von kleineren Musikgruppen. Meist bestehen die Gruppen aus 4 bis 5 Instrumentenspielern und einem Sänger oder einer Sängerin. Hier ist es Tradition, dem Sänger während des Auftritts Geldscheine zu geben oder ihn sogar regelrecht damit zu bewerfen. Gab jemand sehr viel Geld war das Ganze von Jubelrufen aus der Menge begleitet. Da die wenigsten Gruppen wieder aufhören wollten zu spielen, gingen die Spieler nicht selten erst wieder, als ihre Mikros stumm gestellt wurden. Das war schon wirklich ein Spektakel. Welche Showeinlage mir und den Zuschauern jedoch am besten gefallen hatte, war der Auftritt einer sehr traditionell gekleidete Tanzgruppe aus der nicht weit entfernten Stadt Zorgo. Den Abschluss des Festes bildete das Überreichen des Bürgermeistergürtels an den neuen Bürgermeister von Piéla. Direkt im Anschluss des Fests ging es zum gemeinsames Essen in ein entferntes Festzelt. Das Essen war für alle kostenlos, aber es gab scharfe Kontrollen am Eingang, damit keine Kinder und nicht zu viele Leute reinkamen. Das Essen war traditionell und schmeckte sehr gut. Es war aber wirklich etwas Neues, gleich ganze Badewannen mit Reis- oder Hirsegerichten gekocht zu sehen.

 

Am darauffolgenden Sonntag ging es dann überraschenderweise schon zum nächsten Fest. In der Schule von Kouri wurden an diesem Tag die besten Schüler des Jahres geehrt. Die Feier war ganz ähnlich wie das gestrige Fest, nur im Kleinformat. Es gab ebenfalls Reden, die von Musikgruppen begleitet waren. Außerdem bekamen die besten Schüler Geschenke überreicht. Leider war die Tonanlage in einem noch schlechteren Zustand als beim letzten Fest und es mussten immer wieder die Mikros gewechselt werden. Wenn ich wieder in Deutschland bin, will ich auf jeden Fall mal schauen, ob ich nicht irgendwo ein paar Mikros organisiert bekomme. Der neue Bürgermeister war auch anwesend und bei seiner Vorstellung der Gäste ließ er netterweise auch mich nicht aus. Für mich vollkommen Neu war die Begleitung des Festes von der Bürgerwehr, die in vielen Dörfern zum Schutz der Menschen vertreten ist und während des Festes mit Gewehren über den Platz patrouillierte. Auch bei dieser Feier gab es direkt im Anschluss wieder ein gemeinsames Essen. Dieses dauerte jedoch nicht lange und bald darauf verließen alle wieder den Platz. Am Ausgang standen, wie schon beim letzten Essen, eine Gruppe von Frauen und Kindern. Ich vermute, dass sie in der Hoffnung warteten, noch etwas von dem Essen zu bekommen.

Den Montag habe ich fast den ganzen Tag auf dem Feld von Matthias verbracht, um ihm bei der Erdnussernte zu helfen. Ich fand es sehr schön, einmal wirklich mit den Leuten vor Ort zu arbeiten. Matthias zeigte mir auch sein Hirsefeld, auf dem er arbeitet, seit sein Vater kurz nach seinem 15sten Geburtstag starb. Den Großteil der Arbeit an diesem Tag bestand darin, sich auf den Boden setzen und die Erdnüsse von den bereits aus der Erde geschlagenen Pflanzen zu lösen. An sich war das nicht besonders anstrengend, allerdings ist es doch etwas anderes, im 40° heißen Sonnenschein zu arbeiten. Bei der Gelegenheit bin ich auch mit einem guten Sonnenbrand wieder nach Hause gefahren. An diesem Abend wurde ich dann zum farbigen Mann erklärt.

Der gestrige Tag habe ich wieder geschrieben und den Markt von Piéla besucht. Am Abend haben wir das Mädchenwohnheim besucht, um kurz mit den Schülerinnen dort zu sprechen und zwei Kanister Öl für die Küche mitzubringen.

Heute morgen mussten wir den Besuch beim Präfekten kurzfristig verschieben, da durch ein Unglück die Küche der Schule Piéla A in der letzten Nacht bis auf die Mauern abgebrannt ist. Wir müssen die nächsten Tage schauen, was wir da jetzt machen können. Später am Vormittag besuchten wir dann den Präfekten und danach ging ich auf dem Markt um mit Matthias Hilfe eine Hose von mir zu reparieren und im Anschluss etwas einzukaufen. Am Abend fuhr ich mit Cesar zu einem Treffen mit dem Direktor des Lycée de Piéla, das sich als eine Sitzung mit mehreren Lehrern und einem Schulkomitee herausstellte. Wie nach so einem Treffen üblich, wurden wir im Anschluss in ein Bistro eingeladen und konnten uns erst nach der gemeinsam gegessenen Hühnersuppe wieder loseisen.

Für diese Woche noch geplant sind ein Besuch beim Bürgermeister und die Begleitung einer Deutschstunde im Lycée de Piéla. Darauf freue ich mich wirklich.

 

Viele herzliche Grüße nach Deutschland!

 

Schulbesuch in Piéla C  Tanzgruppe Warba de Zorgo auf dem Fest Fest des Bürgermeisters Schulfest in Kouri Eine Trommelgruppe mit zwei Tänzern auf dem Schulfest von KouriErdnussernte Ein schöner Abend mit Cesar, seiner Familie und Matthias

 

Meine Ankunft in Piéla und die Ersten Eindrücke

22Nov2016

 

Reisebericht - Teil 1

 

22.11.2016

 

Am heutigen Montag wohne ich nun schon seit über 2 Wochen bei Cesar und seiner wunderbaren Familie in Piéla. Dass ich mich erst jetzt melde tut mir sehr leid, aber wir hatten (und haben immer noch) Probleme mit der Internetverbindung. Vor nun schon genau 19 Tagen bin ich am 03.11.16 um 16:30 gut in der Landeshauptstadt Ouagadougou gelandet! Neben einer enormen Welle an Hitze waren es Cesar und die Cuo Fi Mitglieder Matthias und Etienne, die mich am Ausgang des kleinen Flughafens herzlich empfingen. Zusammen sind wir erst einmal in unsere Herberge gefahren. Auf der Fahrt konnte ich ein ersten Eindruck von dem Land und den Menschen gewinnen. Ich hatte mir zwar fest vorgenommen, schon vom kleinen Fester des Flugzeuges möglichst viel zu beobachten, aber auf der Höhe von Mali muss ich wohl eingeschlafen sein – denn als ich aufwachte waren wir schon am Boden und ich musste mich damit zufriedengeben, eine möglicherweise spektakuläre Landung verpasst zu haben. Die Autofahrt durch die Straßen von Ouagadougou verlief problemlos. Allerdings sorgten das bunte Treiben an den Straßenrändern und das Durcheinander an Autos, Mopeds, Motorrädern und Fahrrädern auf den teilweise sehr alten Straßen für einiges Staunen meinerseits und damit zur Belustigung meiner Begleiter. Nach einer kurzen Rast in unserer Herberge haben wir den Abend in einem kleinen Restaurant ruhig ausklingen lassen, dass auch schon Uli bei seiner letzten Reise besucht hatte.
Für den nächsten Tag stand gleich um 10 Uhr der Besuch bei der deutschen Botschaft an. Leider war der deutsche Botschafter verhindert, daher habe ich mich mit einem burkinischen Vertreter getroffen. Er war sehr nett und ich habe ihm kurz die Pläne für meinen 3-monatigen Aufenthalt in Piéla beschrieben. Direkt im Anschluss des kurzen Treffens bin ich zusammen mit Cesar, Matthias und Etienne zu der afrikanischen Kunstmesse SIA gefahren, die zufälligerweise noch wenige Tage geöffnet hatte. Es war sehr schön, gleich zu Beginn meines Aufenthaltes die Gelegenheit zu haben, Kunstobjekte, Kleidung und Spezialitäten aus verschiedenen Regionen Afrikas sehen zu können. Im Anschluss sind wir erneut im bekannten Restaurant eingekehrt, bei dem es an diesem Abend zufälligerweise von einer kleinen Gruppe gespielte Livemusik gab.
Am nächsten Tag stand nach einem kurzen französischen Frühstück der Einkauf im Supermarkt an. Ausgestattet mit 2 Einkaufswagen sind wir die Regalreihen abgeklappert und haben alles eingeladen, von dem wir uns gedacht haben, dass es wichtig sein könnte und für mindestens 2 Monate reichen würde. Wir haben schließlich ca. 100.000 CFA bezahlt, was umgerechnet etwa 150 Euro sind. Die meisten Produkte des Supermarktes sind aus Europa, aber die Preise sind etwas höher als in Deutschland. Ich habe später festgestellt, dass viele Sachen, von denen ich einen deutlich geringeren Preis als in Europa erwartet hätte, fast ebenso teuer wie in Deutschland sind. So kosten Schulutensilien und Büromaterial teilweise sogar mehr als bei uns. Im Anschluss des Einkaufs sind wir zu einem Cousin und zu einem Freund von Cesar gefahren, wo Cesar eine Matratze für mich und ein Sofa für sich und seine Familie gekauft hat. Bei Unserer Herberge haben wir schließlich die Einkäufe, die Matratze, das 4-Teilige Sofa und meine beiden Koffer in und – vor allem auf – das Auto geladen. Gegen Mittag haben wir uns dann mit vielen Spannseilen um das Auto auf die Reise nach Piéla gemacht. Wie Uli in seinem Reisebericht schon beschrieben hatte, ist die Piste nach Piéla voller Schlaglöcher und wir haben für die 240 km schließlich 6 Stunden gebraucht. Ich habe die Fahrt jedoch in schöner Erinnerung, da sich viele Menschen gefreut haben, als wir vorbeigefahren sind und ich viel von der Landschaft sehen konnte. Jetzt im November sieht man noch einige grüne Bäume und Büsche. Da die Regenzeit jedoch im September endet, ist es, abgesehen von wenigen Seen, in der Region um Piéla sehr trocken und überall ist der rötlichen Sand, der einem schnell in die Kleidung zieht. Ich hoffe ich schaffe es, ein paar Bilder dazu hochzuladen. Auf etwa der Hälfte der Strecke legten wir eine kurze Rast bei dem Bistro eines Freundes von Cesar ein. An diesem Tag habe ich zum ersten Mal Hahn gegessen. Es schmeckte sehr gut, allerdings habe ich aus Vorsicht vor dem ungewohnten Essen die Füße und den Kopf des Hahns ausgelassen. Um halb 10 sind wir schließlich in Piéla beim Haus von Cesar angekommen. Wir wurden sofort stürmisch begrüßt und ich konnte endlich Cesars Frau Angeline und drei seiner vier Kinder kennenlernen: Die 7-jährige Wendy (Wend-Yam), den 4-jährigen Arthur (Jemael Arthur)und den erst 2-monate alten Tony (Tony Benito). Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Matthias und Etienne konnte ich schließlich glücklich die erste Nacht in meinem neuen Zuhause verbringen. Den nächsten Tag haben wir schließlich ganz der Gemütlichkeit gewidmet und im Haus verbracht. Es kamen an diesem Tag gleich mehrere Freunde von Cesar und seiner Familie zu Besuch und ich sollte auch im Laufe der kommenden Woche feststellen, dass spontaner Besuch keinesfalls ein seltenes Vorkommen, sondern alltäglich im Hause Beogo ist. Die neue Woche haben wir mit einem Besuch der Schuldirektoren der Schulen Piéla A, Piéla C, Piéla E und dem Lycée de Piéla begonnen. Am Abend habe ich zum ersten Mal alle Mitglieder der Cuo Fi kennenlernen können. Sie haben für meine Ankunft eine Sondersitzung abgehalten, in der sie mich feierlich willkommen hießen und in der wir die Pläne für die nächsten 2 Wochen machten. Allerdings haben wir später immer wieder Termine verschieben oder tauschen müssen. Schon den nächsten Tag haben wir kurzfristig umgeplant, um zusammen mit dem Schulinspektor und Schulpädagogen von Piéla zu der Familie eines Mädchens zu fahren und dem Familienvater zu erklären, dass seine Tochter im Mädchenwohnheim am besten aufgehoben ist. Ich habe schnell gemerkt, dass hier Afrika Zeit eine andere Rolle spielt und das miteinander Sprechen für die Menschen sehr wichtig ist. Oft geben die Leute auch Geschenke, wie Hühner oder Erdnüsse, um ihre Dankbarkeit auszudrücken.

Am Mittwoch sind wir in mehrere Orte gefahren, um verschiedene Schulinspektoren zu besuchen. Zu den Aufgaben der Schulinspektoren gehört die übergeordnete Koordination der Schulen, die in ihren Arbeitsbereich fallen. Ein Schulinspektor hat uns gesagt, dass sein Büro 36 Schulen bereut, die teilweise bis zu 70 km entfernt liegen. Am gleichen Tag haben wir an einem Bistro Halt gemacht, um mit einem Inspektor Hühnchen zu essen. Leider scheint mir das Essen nicht bekommen zu sein, denn noch am Abend habe ich Bauschmerzen und Fieber bekommen. Auch am nächsten Tag ging es mir noch nicht besser. Da ich aber am übernächsten Tag zumindest kein Fieber mehr hatte, war ein Krankenhausbesuch glücklicherweise nicht mehr notwendig. Während meines Aufenthalts nehme ich täglich das Malaria-Vorsorgemittel Malerone ein. Dennoch kann eine Erkrankung an Malaria nicht ausgeschlossen werden, weswegen Cesar sofort mit mir ins Krankenhaus fahren wird, sollte ich länger als einen Tag hohes Fieber haben.
Am Samstag ging es mir aber schon wieder einigermaßen gut, dennoch blieb ich zur Erholung noch Zuhause. Am Morgen des Sonntag ging ich zum ersten Mal mit Cesar und seiner Familie in die Messe. Das war wirklich schön. Es waren fast 300 Leute in der Messe und der Priester Abbé Jakob hat mich von Cesar vorstellen und willkommen heißen lassen. Die Messe war komplett auf Gurmantché, einer der vielen einheimisch Sprachen Burkina Fasos, die in Piéla am meisten vertreten ist. Obwohl ich dem Inhalt der Messe natürlich nicht folgen konnte, war es sehr schön dabei zu sein und der Gemeinde bei den Liedern unterstützt durch Trommeln und einer Sängerin zuhören. Im Anschluss der Messe haben uns einige Leute begrüßt und ich bin mit Cesar zu Abbé Jakob gegangen. Er hat uns von einigen aktuellen Problemen wie dem Mangel an Schulbänken in der kleinen Schule hinter der Kirche berichtet. Natürlich spricht Cesar mit den Leuten, die wir besuchen, entweder französisch oder gurmantché, daher kann ich meist nur wenig der Unterhaltung folgen und lasse mir von Cesar nachher immer eine kurze Zusammenfassung geben.
Die neue Woche haben wir mit einem Besuch des Haut-Commissaire, des Bürgermeisters, des Krankenhausdirektors und der beiden Schulinspektoren von Bogandé begonnen. Am nächsten Tag ging ich für einen Tag in den Kindergarten von Piéla. Dort gibt es zur Zeit nur eine Gruppe, die allerdings aus über 70 Kindern im Alter zwischen 3 und 6 Jahren besteht. Die Kinder waren total begeistert, einen Weißen zu Besuch zu haben und ich hatte die ganze Zeit eine Gruppe an Kindern um mich. Einer der beiden Kindergärtner hat mir an einem Laptop gezeigt, welches pädagogisches Programm sie für die Kinder vorbereitet haben. Ich werde wahrscheinlich leider keine Zeit haben, mir einmal anzusehen, wie eine Lehrstunde im Kindergarten abläuft. Am Mittwoch bin ich mit Joseph, dem Sohn eines Verwandten von Cesar, in Piéla einkaufen gegangen. Neben der Arbeit für die Cuo Fi hat Cesar natürlich noch seine eigene Arbeit in Piéla, wo er im Büro des Schulinspektors arbeitet. Daher habe ich manchmal den Vormittag frei und gehe dann z.B. in die Innenstadt von Piéla, die nur wenige 100 m von Cesar's Haus entfernt ist. Es gibt in Piéla viele kleine Straßenläden, bei denen z.B. Gemüse, Obst, Taschen, Schuhe oder frisch gegrilltes Hühnchen gekauft werden kann. Viele der Stände, die zusammen den Markt bilden, haben nur alle 3 Tage geöffnet. Bei einem Stand habe ich mit Joseph Patates eingekauft, die Angeline später wie Pommes zubereitet hat. Beim Einkauf der Patates habe ich auch zum ersten Mal eine Ratte hier gesehen, als diese schnell über einen der Reissäcke huschte.

Am Donnerstag war Cesar wieder arbeiten, deswegen fuhr ich zusammen mit Matthias und Joseph zu zwei Brunnen in Piéla und dem nahe gelegenen Noali. Die Brunnen sind beide in gutem Zustand und man kann mit relativ wenig Kraftaufwand viel klares Wasser an die Oberfläche befördern. Ich mache ein paar Bilder, während sich Matthias mit den Leuten auf Gumanché unterhält. Wieder zurück am Haus fährt Matthias auf seinem Moped zu sich, während Joseph und ich nochmal einen Rundgang durch die Stadt machen. Ich gebe mehreren Kindern Luftballons und Joseph meint, ich werde die nächsten Tage nicht mehr durch die Stadt gehen können, ohne nach Luftballons gefragt zu werden. An einem Stand kaufe ich mir zwei kleine gelbe Früchte, die sich mir später als Melonen präsentieren. Jetzt im November gibt es nur eine relativ kleine Auswahl an Früchten und Gemüse, aber Cesar meint, dass es ab Dezember wieder viel geben wird. Den Freitag hat Cesar sich wieder frei genommen, um gemeinsam mit Etienne und mir die Partnerschule der Marienschule Euskirchen in Sekuantou zu besuchen. Zur Zeit besuchen ca. 250 Schüler die Schule und es gibt 4 Klassen. Wir gucken uns die von der Partnerschaft gebauten Gebäude an und setzen uns mit dem Schulleiter und den drei Leuten der Elternpflegschaft zusammen, um über aktuelle Probleme zu sprechen. Wir notieren uns, dass zur Zeit noch zu wenige Schulbänke da sind und dass das Schulessen für die Familien ein Problem ist. Bei dem Besuch der Klassenräume kann ich mir ein Bild davon machen, wie eingeengt die meisten Schüler auf den Sitzbänken sitzen. Das Schulessen ist insofern ein Problem, dass es in der Schule im Jahr nur für etwa 8 Monate Geld für Schulessen gibt und die Schulküche daher gerade kein Essen kochen kann. Für viele Familien ist es ein Problem, ihre Kinder von morgens früh bis nachmittags zur Schule zu schicken und ihnen dazu noch Essen mitzugeben. Leider haben dieses Problem fast alle Schulen. Wir bitten den Schulleiter, dass er uns eine Kalkulation der benötigten Nahrungsmittel erstellt und fahren nach einer kurzen Verabschiedung der Schüler wieder zurück nach Piéla.
Am Samstag fahren Cesar und ich nach Gori um mehre Patenkinder und ihre Familien zu treffen. Ich habe einen kleinen Fragebogen dabei, den ich zusammen mit jedem Patenkind ausfülle. Anschließend mache ich jeweils ein Bild von dem Patenkind und ein gemeinsames Bild mit den Geschwistern. Als wir mit allen vier Patenkindern in Gori gesprochen haben, fahren Cesar und ich wieder. Aber nicht, ohne uns von der großen Gruppe an Kindern zu verabschieden, die unserem Auto hinterherrennt. Später am Tag fahren wir auf das Feld von Abbé Jakob, um ihm bei der Ernte der Erdnusspflanzen zu helfen. Da die Arbeiter bei unserer Ankunft jedoch schon fertig sind, unterhalten wir uns nur kurz mit einer Familie und fahren anschließend wieder nach Hause, wo wir uns für die Abendmesse frisch machen. Die Abendmesse ist ganz auf französisch und es sind viele Schüler aus den naheliegenden Schulen dabei.
Den darauffolgenden Sonntag nutze ich dazu, etwas an meinem Bericht zu schreiben und bei einem Materialtransport zu helfen. Nicht wenige Leute müssen lachen, als sie mich da beim Rückweg zusammen mit Joseph auf dem kleinen Eselskarren sitzen sehen.
Gestern bin ich zusammen mit Cesar, Angeline und Tony über die Piste in das etwa 160 km entfernte Gayeri gefahren. Angeline musste ein Papier unterschreiben lassen und Cesar und ich sind Patenkinder besuchen gegangen. Leider konnten wir nur zwei Patenkinder ausfindig machen. Im Anschluss sind wir zum Polizeiprefäkten gefahren und haben bei der Familie des Bruders von Angeline eine Rast eingelegt. Das Essen – Couscous mit Hühnchen in Tomatensauce – war sehr lecker, den Nachtisch – Hühnchen – habe ich jedoch lieber weggelassen. Was ich definitiv in super Erinnerung behalten werde ist der uns gereichte selbstgemachte Saft der Früchte des Baubab-Baumes (Pein des Singe Früchte) und der Früchte Les Feuilles des Bisab. Um zwei Uhr Mittag haben wir uns schließlich wieder auf den Rückweg gemacht. So wie wir am Morgen das Aufgehen des Sonne beobachten konnten, war es jetzt bei der Rückfahrt das Untergehen der Sonne. An diesem Abend sind wir schließlich alle geschafft ins Bett gegangen.

Für heute steht wieder ein Brunnenbesuch an. Ich hoffe, ich kann mich bald wieder mit Neuigkeiten melden.

Viele Grüße auf Piéla! 

Lorenzo

Die Kinder aus dem Dorf Gori Geerntete Hirse und Sesam Der Brunnen bei Noali Ein Baobab-Baum Besuch bei der Familie des Mädchens, das gerne das Mädchenwohnheim besuchen möchte

 

Neues aus Piéla

14Nov2016

Guten Tag,

nachdem jetzt schon die ersten 10 Tage vorbei sind, zeichnet es sich ab, dass die Kommunikation via Blog auch in diesem Jahr nicht so einfach funktioniert. In der letzten Woche war es sogar schwierig per Telefon an Informationen zu kommen. Es gibt zur Zeit immer wieder Streiks bei den Telfongesellschaften, und dann ist es noch schwieriger durchzukommen. Lorenzo hat sich mittlerweile in Piéla gut eingelebt und schon viele Leute getroffen. Mitte der letzten Woche hatte er etwas Magenprobleme und leichtes Fieber, welches aber nach einem Tag wieder weg war. Angeline musste mit dem kleinen Tony nach Ouagadougou zum Kinderarzt, und war mehrere Tage unterwegs. 

Anbei ein Foto von Lorenzo im Kreis der Familie Beogo.  (Von Links: Cesar, Lorenzo, Wendy,Arthur und Angeline mit dem kleinen Tony)

Gruß

Uli

 

Lorenzo ist gut in Ouagadougou angekommen

03Nov2016

Hallo,

heute Morgen um 5:30 sind wir in Münstereifel in Richtung Brüssel gestartet. Ohne Stau und Stress  waren wir schon um 8:30 im Flughafen um einzuchecken. Lorenzo hat sich eben aus Ouaga gemeldet und schon von "1000 Eindrücken" berichtet. Der Flug war gut und morgen geht es um 10:00 (?) zum Botschafter. Anschließend Großeinkauf und dann 4 Stunden Autofahrt nach Piéla. 

Ich bin gespannt auf die Eindrücke die er dort gewinnt, schließlich wird er jetzt bis zum 28. Janur dort bleiben. 

Hoffentlich klappt es , dass er (ab Januar wir) direkt von dort berichten kann.

Ich wünsche euch wieder eine spannende Zeit mit unserem Reiseblog.

Bis demnächst 

Uli

Es geht wieder los

24Sept2016

Hallo alle,

wie im Titel angedeutet, geht es bald wieder weiter hier im BLOG.

Am 3.11 fliegt Lorenzo nach Piéla um dort 3 Monate unsere Projekte zu begleiten.

Ich selbst werde am 2.1 17 folgen.

Tickets sind schon gekauft Urlaub ist genehmigt. Das erste Paket für Lorenzo ist schon auf dem Weg.

 

Gruß

Uli

http://www.piela-cuofi.de/Reiseberichte.htm

23Feb2015

Hier der Link zum Bericht

http://www.piela-cuofi.de/Reiseberichte.htm

Reisebericht ist komplett online

23Feb2015

Somit endet meine Berichterstattung in diesem Blog erst ein mal.

Ich denke bei einer weiteren Reise, oder anderen Aktivitäten werden wir das Medium Blog wieder nutzen. Es gab über 1800 Aufrufe der Seite.

Vielen Dank an Martina und Annika, und an alle die mitgelesen haben und mir über diesen Weg Grüße übermittelt haben

LG 

Uli

Die Arbeit hat jetzt erst richtig angefangen, wir haben noch viele Aufgaben in Piéla vor uns.

 

Begrüßung TorimaWasserloch Normaler Verkehr :-) 

Reisebericht aus Piéla Teil 1

05Feb2015

Hallo zusammen,

nachdem ich jetzt schon wieder einige Tage zu Hause bin, habe ich den ersten Teil meines Reisebrichts schon mal online gestellt. 

 http://www.piela-cuofi.de/Reiseberichte.htm

Mir geht es weiterhin auch in Deutschland sehr gut, und ich bin froh das ich diese Erfahrung in Piela machen konnte. 

Ich werde mich hier melden wenn auch der 2. Teil des Berichts fertig ist. 

Liebe Grüße

Uli

Mit der Familie meines Patenkind Ich wurde in Öl festgehalten :-) Piéla Mitte Kochstelle Abbé Pierré und Cesar   

Wieder zu Hause

31Jan2015

Guten Tag zusammen,

ich möchte mich kurz zurückmelden. Ich bin heute Morgen um 5:30 in Brüssel gelandet und Werner und Martina haben mich mit Kaffe, Broten und Würstchen begrüßt. Ich bin jetzt wohlbehalten daheim bei meinen Lieben und danke vor allen Martina das Sie mich bei all meiner Arbeit für die Partnerschaft unterstützt.

Ich muss jetzt erst mal mit dem Temperaturunterschied von ca 40 Grad klar kommen, meine ganzen Informationen ordnen und mich etwas ausruhen. Diese werde ich dann auch noch hier im Blog festhalten und mit Bildern anreichern.

LG Uli 

Vielen Dank für all die Lieben Grüße.

Brunnenbohrung war erfolgreich

29Jan2015

Hallo zusammen, 

es hat geklappt: heute ist ein Brunnen erfolgreich gebohrt worden. Es ist sogar ein sehr guter Brunnen, der ca 9000 Liter Wasser pro Stunde hergibt. Zum Vergleich: Cesar sagt, es gibt auch Brunnen mit nur 500 Litern pro Stunde. 

Uli sagt, dies sei ein Erlebnis gewesen und die Freude der Menschen war übergroß, als Wasser floss. Sie haben es gleich mit Kanistern aufgefangen und der Bohrtrupp bekam heute die Dankeshähnchen geschenkt :-) Natürlich hat Uli viele Bilder gemacht und wird euch diese bei nächster Gelegenheit zeigen. 

Nach 30 gebohrten Metern floss zum ersten Mal Wasser und es wurde bis 45 Meter tief gebohrt. In den nächsten Tagen wird von einem ortsansässigen Maurer die Umrandung gemauert und von der Bohrfirma die Pumpe angebracht. 

Uli meint, dass er heute etwas wie ein Indianer aussah, da er so lange in der Sonne war. In diesem Zusammenhang erzählte er noch von einer lustigen Begebenheit: die kleine Tochter von Cesar spricht in Gesprächen mit ihrem Papa schonmal von "le Blanc" = dem Weißen. Am Sonntag, als seine Arme von zu viel Sonne etwas rot waren, sprach sie dann von "le Rouge" = dem Roten! Sie hat auch schon etwas Deutsch gelernt und sagt häufig "Guck mal". 

Da es heute schon zu spät war, geht es morgen früh um 5 los Richtung Ouagadougou. 

Den nächsten Blogeintrag wird Uli dann hoffentlich selbst schreiben können. Euch allen vielen Dank fürs Mitlesen und für eure netten Rückmeldungen. Mir hat es Spaß gemacht. 

Viele Grüße von Martina :-)

 

 Brunnenbohrung 29.01.2015

 

die letzten Tage in Piéla

28Jan2015

Guten Abend, 

die letzten Tage für Uli in Piéla sind angebrochen und nach meinem Bericht, wie hier bei uns die Wetterverhältnisse sind, bat er doch dringlich, seine Winterjacke mit zum Flughafen zu bringen :-)

Den Sonntag und einen Teil des Montags haben sie bei Abbé Pierre in Namungo verbracht. Abbé Pierre leitet dort ein Ausbildungszentrum für Katecheten. Abbé Pierre führte Uli über das ca 78 ha große Gelände und erläuterte ihm das Prinzip. Die Anwärter werden dort, zusammen mit ihren Frauen, vier Jahre lang  ausgebildet. Sie müssen zu Beginn der Ausbildung drei Sack Hirse oder einen bestimmten Geldbetrag mit einbringen. Sie leben dort mit Ihren Frauen und Kindern (sie  dürfen nicht mehr als 3 Kinder haben) in einer kleinen Wohnung. In den ersten zwei Jahren lernen sie die eher theoretischen Sachen (Evangelium, Katechismus), die Frauen lernen Gourmanché, die Männer Französisch. Sie werden zudem darin unterrichtet, ihr Wissen später in den Dörfern weiterzugeben, sie erhalten Schulungen in Hygiene, Familienplanung u.ä. Der zweite Teil der Ausbildung findet dann bei Jean-Gabriel statt, der die angehenden Katecheten in der Landwirtschaft unterweist. Auch hier gilt das Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe", da die Katecheten ihre erzielten Erträge für ihr eigenes Leben verwenden dürfen. Die Kinder werden während des Unterrichts der Eltern betreut. 

Am Ende der Ausbildung werden die Katecheten mit einem Esel, Pflug, einer Harke und Kleidung in ihre Heimatpfarrei entsandt und der dortige Pfarrer entscheidet, in welchem Dorf sie dann eingesetzt werden. Die Katecheten gelten als sehr gebildete Ansprechpartner in den Dörfern und gehören neben dem Dorfältesten zu den angesehendsten Leuten im Dorf. 

Auf dem Rückweg hat Uli sich in Fada eine Produtionsstätte angeschaut, in der die Säuglingsnahrung "Misola" gefertigt wird. 

Am Dienstag hat Uli unserem Patenkind für seinen täglichen Schulweg ein Fahrrad gekauft. Er sagt, manche Sachen gehen erstaunlich schnell: nachdem er den Wunsch geäußert  und erfragt hatte, ob die Möglichkeit bestehe, standen zwei Stunden später zwei gut erhaltene Fahrräder zur Auswahl. Obwohl es keine "Post" gibt, existiert auch hier ein gut funktionierendes Netzwerk und so wird der nächste, der nach Bilanga fährt, eben auch das Fahrrad mitnehmen :-)

Am Dienstag hatte das Gymnasium in Piéla eingeladen, um sich für die Nahrung zur Schulspeisung zu bedanken. Zudem hat er noch einige Patenkinder besucht.

Er erhielt auch ein Dankschreiben des Präfekten. Dieser ist der momentane Verwaltungschef und kommissarische Leiter mit einem provisorischen Gemeinderat (délegation speciale) Es gibt im Moment keine im Amt befindlichen Bürgermeister, da diese nach dem Militärputsch im Oktober alle ihren Ämtern enthoben wurden. Diese Maßnahme wurde getroffen, damit sich die Unruhen nicht weiter im Land ausbreiten sollten und man nicht sicher sein konnte, ob die amtierenden Bürgermeister auf "legalem" Weg zu ihrem Amt gelangt sind. Dem provisorischen Gemeinderat gehören in Piéla u.a. auch Cesar ,einige Schulleiter und weitere angesehene Persönlichkeiten wie auch der "ehemalige" Bürgermeister an. Am 11. Oktober 2015 soll ein neuer Präsident in Burkina Faso gewählt werden. 

Morgen vormittag kann hoffentlich eine Brunnenbohrung stattfinden: das Gerät war defekt und kann voraussichtlich morgen wieder eingesetzt werden. Morgen Nachmittag oder Freitag werden sie nach Ouagadougou aufbrechen und nach Möglichkeit auf dem Weg dorthin noch Cesars Frau und den kleinen Sohn besuchen. Diese macht dort eine Fortbildung und Uli fände es schön, wenn er Cesars restliche Familie noch kennenlernt. Am späten Freitagabend fliegt er dann los. 

Heute Abend findet noch eine letzte Sitzung mit dem Kommitee der Cuofi statt. 

Uli grüßt euch alle und freut sich aufs kalte Deutschland  ;-)

Euch allen noch einen schönen Abend                                                                                             Martina

 

 

Es wird immer heißer....

25Jan2015

Guten Abend zusammen, 

heute hat Uli die Hitze  zu schaffen gemacht, da er heute vormittag ca. 4 Stunden bei einer heiligen Messe in der prallen Sonne gesessen hat (lt Google waren es heute bis zu 38 Grad heiß!!) 

Sie sind heute morgen schon sehr früh nach Fada losgefahren und haben nach der Messe Cesars Schwester besucht und sind von dort aus mit zu Abbé Pierre gefahren, wo sie auch die Nacht verbringen werden. In Fada hat Uli das Patenkind Ida von Paul und Martha getroffen. An dieser Stelle viele Grüße an die beiden :-)

Nach dem Großeinkauf am Donnerstag gab es am Freitag erst einmal Probleme mit dem Zoll, da der LKW an der Provinzgrenze wohl nicht die erforderlichen Zollpapiere vorweisen konnte. Dies hatte zur Folge, dass Cesar ca eine Stunde telefonieren und  sie dann dorthin fahren mussten, um die Formalitäten abzuwickeln. So konnte am Freitag nur noch die Nahrung und das Baumaterial für die Schule in Sequantou ausgeliefert werden, die Nahrung für die Schulen gestern und die Nahrung für den Kindergarten dann morgen. 

Gestern waren sie bei einem Fußballturnier in Dori (?). Sie waren dorthin mit einer Kolonne von ca. 30 Autos unterwegs, da wichtige Persönlichkeiten wie der "Haute Commissaire" (Provinzchef) , der Bürgermeister, der Polizeikommissar und somit auch einige bewaffnete Polizisten mit unterwegs waren. Dies war auch gut so, da es auf dem Rückweg schon dunkel war. 

Uli sagt, dass er und Cesar dort auch wie VIP Gäste behandelt wurden: er schilderte es so, dass sie mit in der ersten Reihe am Spielfeld in bequemen "Wohnzimmermöbeln" im Schatten saßen und Wasser serviert bekamen. Cesar bekam am Ende einen Schafsbock geschenkt und Uli ein gerahmtes Foto von sich. 

Der "Haute Commissaire" wird Uli und Cesar auch morgen Abend nochmals in Piéla besuchen, um sich bei Uli für die Hilfe und Unterstützung der hiesigenPartnerschaft  zu bedanken und bei Cesar für die geleistete Arbeit vor Ort. 

Uli betont immer wieder, dass Cesar vor Ort sehr gute Arbeit leistet. Er sagt, dass dieser  auch ohne "Facebook" ein großes soziales Netzwerk habe und sehr viele Leute vor Ort kennt oder eben Leute, die wieder jemanden kennen, und dadurch viel bewirken kann. 

Da man in Burkina Faso immer von dem abgibt, was man selbst hat, haben sie Abbe Pierre heute sechs Hähnchen als Geschenk mitgenommen :-)

Uli´s letzte Woche in Burkina Faso bricht an und er hofft, diese Woche noch einiges erledigen zu können. 

Bis zum nächsten Mal viele Grüße von Martina

 

 

 

Großeinkauf

22Jan2015

Hallo,

heute darf ich euch mal berichten, wie es meinem Papa geht. Ich habe gerade mit ihm telefoniert und ich soll allen erneut viele Grüße ausrichten.

Gestern haben sie den Kindergarten besucht und wurden auch dort wieder mit der Nationalhymne Burkina Fasos empfangen. Eine Attraktion waren auch hier die mitgebrachten Luftballons. Die Kinder würden sich jedes Mal unheimlich über diese freuen. Über die Ankündigung, dass wir auch hier Nahrungshilfe leisten werden, brach große Freude aus.

Gestern ist Papa zudem noch mit Cesar zu dessen Arbeitsplatz gefahren. Er ist für die Schulinspektion zuständig. Dort haben sie sich über das bevorstehende Sportfest unterhalten. Cesar hat außerdem geäußert, dass er dringend einen Computer braucht, da er zurzeit die Akten aller Schüler in Papierform verwaltet. Sein Büro sieht wohl auch dementsprechend aus, weil er alle 2000 Akten dort lagert.

Heute waren Papa und Cesar auf einem Markt Nahrung für die Kindergärten und Schulen kaufen. Dieser Markt ist wohl vergleichbar mit einem türkischen Basar: Es gibt alles! Allerdings breitet sich der Markt über die ganze Stadt aus und zwischen den einzelnen Ständen bahnen sich LKWs und Autos ihren Weg.  Gekauft haben sie heute 6,5 Tonnen Reis, 640 Kilo Nudeln, 750 Liter Pflanzenöl und Zucker. Dies wird eventuell noch heute, vermutlich aber eher morgen, mit einem LKW geliefert.

Während des Telefonats kochte Cesar. Die beiden essen häufig Nudeln oder Kartoffeln und jeden zweiten Tag Hähnchen, heute gibt es allerdings Pommes.

Papas Erkältung wird langsam besser, nachdem Werner ihm den Tipp gegeben hat, Japanisches Heipflanzenöl zu benutzen.

 

Viele Grüße

Annika

neue Infos

20Jan2015

Guten Abend, 

viele Grüße von Uli. Ich habe eben mit ihm telefoniert: er hat eine leichte Erkältung, ansonsten geht es ihm aber gut. 

Wie zuletzt berichtet, wurde am Samstag Cesars Oma beigesetzt. Uli sagt, die Beerdigung eines alten Menschen sei dort keine so traurige Angelegenheit, wie wir es hier gewohnt sind. Der Sarg der Toten wurde auf Cesars Pick Up zum Friedhof transportiert: im Pick Up fanden auch noch möglichst viele Familienmitglieder Platz. Uli ist mit Abbe Pierre zum Friedhof gefahren. Während der Beisetzung wird viel gesungen und getrommelt, viele Männer schaufeln das Grab zu und die Frauen tanzen und trommeln dazu. Den Friedhof muss man sich als eine Ansammlung von Erdhaufen vorstellen, es gibt teilweise auch Einfassungen und manchmal eine Art "Grabstein", aber Uli drückte es so aus, dass "es alles nicht so strukturiert wie bei uns sei". Cesar sagt aber auch, dass die Beisetzung junger Menschen trauriger sei. Nach der Beisetzung kommen  die Familie und viele Leute zusammen: abends seien es sicher einige hundert Leute gewesen.

Uli war dort in einer Herberge untergebracht. Cesar hatte Sonntag Abend gesagt,er komme Uli morgens um sieben abholen und tatsächlich klopfte es um  5 vor 7 an der Tür. Uli hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit einem pünktlichen Cesar :-) Um 8 Uhr hatten sie einen Termin mit der Firma, die auch die Brunnenbohrungen vornimmt und auch dort waren sie überpünktlich und das schon zum zweiten Mal an einem Tag :-)

In Sachen Brunnenbohrung waren sie schon des öfteren unterwegs, da auch immer wieder Anfragen nach einer Brunnenbohrung erfolgen (aus ca. 30 Dörfern)  Hier ist durchaus noch großer Bedarf, aber nicht in jedem Dorf findet man eine geeignete Stelle. Uli sagt, selbst in einem "Dorf", das  sich durchaus über 3-4 km erstrecken kann (ca. 300 Einwohner), müssen die Leute noch einige km zum Brunnen laufen. In den Dörfern, wo keine Bohrung möglich ist, ist der Weg dann unter Umständen ziemlich lang. Hier entstehen mitunter Probleme, da die Menschen dort in der Regenzeit Wasser in Tümpel laufen lassen und dies trinken, was dann oft zu gesundheitlichen Beschwerden führt.

Die Dörfer kann man sich als eine Ansammlung von Siedlungen, meist Großfamilien, vorstellen. Diese bauen dort mehrere Hütten und bearbeiten Parzellen, auf denen sie dann Hirse anbauen. Diese befestigen sie oft mit Digget oder anderen Steinen, um das Wasser möglichst darauf zu speichern. Gesät wird im Juni und dann hofft man, dass in der Regenzeit genug Wasser fällt, damit die Ernte gut wird. Im letzten Jahr war dies leider nicht der Fall. 

Wahrscheinlich können nächste Woche die geplanten Brunnenbohrungen stattfinden. 

Ansonsten stehen auch jeden Tag zahlreiche Termine an. Es kommen nun auch immer wieder Pateneltern, die Briefe und Geschenke für ihre Familien hier abgeben und..... immer wieder Hähnchen für Uli :-) 

Cesar und Uli haben weitere 10 Pakete mit Medikamenten, Moskitonetzen, Seifenspenden etc. von der Post abgeholt. Tanja hat Geld überwiesen, von dem Uli unter anderem Nahrung für die 5 Schulen, für das Mädchenwohnheim in Torima und den Kindergarten kaufen wird. Es werden auch Gelder für den Anbau einer vierten Klasse in der Schule Sequantou zur Verfügung gestellt. 

Sehr gefreut hat sich Uli über ein Geschenk von Matthias, dem Schneider vor Ort und sehr engagiertes Mitglied im Vorstand der Cuofi: dieser hat Uli ein Hemd geschenkt, das er ihm genäht hat. Dies wird er euch sicher nach seiner Rückkehr präsentieren. Matthias ist sehr oft mit Cesar und Uli unterwegs und Uli sagt, sie verstehen sich prima, wenn auch nicht durch eine gemeinsame Sprache :-)

Bis zum nächsten Mal viele Grüße und eine schöne Woche wünscht euch

Martina

 

 

 

 

 

Heute spielt Burkina Faso......

17Jan2015

Hallo zusammen, 

heute spielt Burkina Faso gegen Gabun beim Afrika Cup. Zur Zeit meines Telefonats mit Uli stand es leider 1: 0 für Gabun. Die burkinische Nationalmannschaft hat übrigens den Spitznamen: "Les étalons" = die Hengste: vielleicht könnt ihr ja irgendwann mal mit Insiderwissen punkten :-)

Gestern war Uli mit Matthias und Cesar in Gayéri. Dies ist ein Ort ca. 140 km östlich von Piéla und dort haben sie 9 Patenkinder besucht, damit diese nicht auf Mopeds den weiten Weg zum heutigen Patenkinder/elterntreffen nach Piéla machen mussten . Dorthin führt eine Nationalstraße, aber Uli sagt, es sei ein beschwerlicher Weg, da es eine echte "Rüttelpiste" sei. Letzte Woche waren noch Löcher in den Straßen, nun wurden diese mit Sand gefüllt, was aber zur Folge hat, dass sich teilweise 1m hohe Sandhügel ergeben haben, die man dann umkurven muss. Die Hinfahrt dauerte ca 3 1/2 Stunden, zurück dann aber "nur" 2 1/2 Stunden. 

Heute fand dann ein großes Treffen mit Patenkindern und deren Eltern statt, wo auch ca 70 Patenkinder anwesend waren.Uli hat viele Fotos gemacht und die Daten der Kinder aufgenommen und möglichst viele Informationen erfragt. Zudem hat er den Eltern das Geld ausgehändigt, dass die deutschen Pateneltern für "ihre" Kinder überwiesen haben. Cesar machte zudem in einer Ansprache nochmals deutlich, dass die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund steht und es wichtig ist, dass die Kinder die Hilfe und die damit gegebenen Chancen optimal nutzen und das Beste daraus machen. 

Auch hier war wieder eine große Herzlichkeit und Dankbarkeit zu spüren und Uli nannte als Beispiel zwei Patenmütter im Rollstuhl, die ihre Dankbarkeit mit jeweils einem Hühnchen zum Ausdruck brachten (am Rollstuhl kopfüber festgebunden). Dies sind wohl sehr ergreifende Momente. 

Leider ist Cesars Großmutter heute gestorben und schon morgen um 15 Uhr ist die Beisetzung in Fada, wo Cesars Familie lebt. So werden sie morgen früh nach Fada (ca 100 km südöstlich von Piéla) aufbrechen und dort auch die Nacht verbringen, denn in der Dunkelheit ist es einfach zu gefährlich, auf den Pisten unterwegs  zu sein. 

Heute hat übrigens Nicola Kochdienst und Uli sagte, es dufte schon im ganzen Haus nach Perlhuhn. Nicola ist ein junger Mann, den Cesar wohl schon viele Jahre unterstützt und der im Gegenzug viel Hilfe in praktischer Form zurückgibt. 

Uli und ich wünschen euch allen ein schönes Wochenende. In diesem Sinne viele Grüße von Martina 

 

 

Zeit ist relativ

15Jan2015

Hallo zusammen, 

Uli geht es nach wie vor gut und das merkt man auch in den Telefonaten. Sie haben viele Termine, aber alles geht immer ohne Hektik und mit der nötigen Gelassenheit vonstatten: Uli meint, dort brauche man höchstens eine Uhr mit morgens, mittags , abends :-) 

Gestern waren sie bei einem Pfarrer in Piéla eingeladen. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass der Pfarrer sich sehr für gehandicapte Menschen einsetzt. Darauf brachte Uli das Gespräch auf ein blindes Patenmädchen, das bisher nicht die Möglichkeit hat, zur Schule zu gehen. Die deutsche Patenmutter hat aber ausdrücklich gesagt, dass sie dem Mädchen das ermöglichen wolle, wenn die Partnerschaft eine entsprechende Schule finden würde. Der Pfarrer kennt in der Tat eine etwas weiter wegliegende Schule, in der er auch ggf. noch eine Unterbringungsmöglichkeit für das Mädchen beschaffen könnte. Heute hat Uli mit Cesar dann das blinde Mädchen und dessen Familie besucht und diese Möglichkeit eröffnet. Die Großfamilie befürwortete sofort die tolle Gelegenheit, aber das Mädchen (ca 15-16) fühlte sich etwas überrumpelt und sie haben ihm etwas Bedenkzeit gegeben, zumal Uli dann noch klären wird, ob es mit der Unterbringung wohl klappen wird. Dies sind Angelegenheiten, die man schwierig aus dem fernen Deutschland klären kann und um so mehr freut es, wenn sich solch tolle Möglichkeiten ergeben. 

In Sachen Patenkinder stehen sehr viele Termine auf seinem Plan: so fand auch gestern ein Treffen mit einem Ausschuss von Pateneltern mit der Cuofi statt, in dem Uli dargelegt hat, welche Informationen die Pateneltern interessiert. 

Sehr viele Menschen kommen mit ihren Anliegen zu Cesar, der sehr viele Menschen kennt und oft durch seine Kontakte weiterhelfen kann. Er ist dort ein gefragter Mann und Uli sagt, er macht seine Sache gut. 

Er hatte eben dann aber auch nicht viel mehr Zeit, da er Cesar beim Kochen helfen wollte: die kleine Männer WG scheint ausgesprochen gut zu klappen ;-)

Uli freut sich sehr, dass so viele im Blog mitlesen und über die Grüße, die ich ihm natürlich gewissenhaft ausrichte. Er grüßt euch alle sehr herzlich. 

Bis demnächst viele Grüße 

Martina

ein ganz besonderes Erlebnis !!!

13Jan2015

Guten Abend zusammen,

ich habe gerade eben mit Uli telefoniert: es war ein anstrengender Tag, weil sie insgesamt 9 1/2 Stunden unterwegs waren, aber es war ein ganz besonderer Tag: er hat heute unter anderem unser Patenkind Jean-Jacques und dessen Familie besucht . Uli war heute Abend immer noch hörar ergriffen von diesem Erlebnis 

Sie sind heute morgen, in Begleitung eines Polizisten, nach Tobou gefahren, wo unsere Patenfamilie lebt. Die Route dahin ist wohl nicht sehr sicher und Werner hatte empfohlen, auf jeden Fall Polizeischutz dorthin mitzunehmen. 

Uli sagt, auf dem Weg ins Dorf, das immer aus mehreren Hüttensiedlungen pro Großfamilie besteht, kam ihm Jean-Jacques (17)schon auf einem Moped entgegen. Uli hat ihn direkt erkannt, da er das Fußballtrikot und die Fußballschuhe trug, die wir im letzten Päckchen mitgeschickt hatten :-) Sie wurden dann zur Hüttensiedlung geleitet, wo schon einiges los war: es standen bereits Reis und Nudeln und gekochtes Hühnchen auf dem Tisch und es gab Bier (morgens 10:30 Uhr !), die ganze Großfamilie und viele andere Leute waren anwesend und sie wurden von allen sehr herzlich begrüßt. Jean Jacques ist laut Uli ein sehr netter und bescheidener Junge und er hat sich sehr gefreut.  Uli hatte eine kleineMappe mit  Bildern unserer Famiie mitgenommen, die direkt von allen begeistert geguckt und kommentiert wurden (u.a. Schneebilder vom vorletzten Wochenende). Jean-Jacques hat er einen Fußball als Geschenk mitgenommen, der begeistert entgegengenommen  und mit dem sofort präsentiert wurde, wie gut er und die anderen Kinder spielen können.  Uli hatte auch noch einige Gastgeschenke für die ganze Familie mitgenommen und die Freude und Herzlichkeit war übergroß. Uli hat natürlich viele Bilder gemacht und ich bin schon sehr gespannt darauf. Diesen Tag hätte ich auch wirklich gerne miterlebt!!

Zum Abschied bekam er vom Vater Jean-Jacques'  zwei Hähnchen geschenkt und vom Opa auch noch eins!!!

Sie haben heute auch die Schule in Sequantou besucht. Dort ist Edouard, der auch im letzten Jahr hier in Deutschland mit zu Besuch war, der Schulleiter. Uli sagt, ihm wurde dort ein Empfang  wie einem Staatschef bereitet: zur Begrüßung wurde die burkinische Nationalhymne gesungen und es war ein sehr herzliche Begrüßung. Die Schule hat sich ganz toll präsentiert und Uli denkt, dass es eine sehr gute Schule ist: sie haben einen eigenen Garten, ein eigenes Feld, Esel und Pflüge und machen sehr viel aus den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln: hieran hat die Marienschule Euskirchen einen großen Anteil, da sie die Schule in Sequantou immer wieder hervorragend unterstützt. 

Sie haben heute noch ca. 20 weitere Patenkinder in Bilanga und Sequantou besucht und wurden überall in den Dörfern und Familien sehr herzlich empfangen. Uli sagt, am Ende des Tages haben sie insgesamt 17 !!! Hähnchen geschenkt bekommen und es wäre ein Affront gegen die Gastfreundschaft, wenn man diese nicht annehmen würde. Die Menschen sind so arm und geben dennoch so viel. 

Eines der Hähnchen war beim Telefonat im Ofen, der Polizeichef und einige andere haben einen Anteil abbekommen und viele laufen jetzt noch im Hühnerstall rum. 

Euch allen noch einen schönen Abend und viele Grüße

Martina

 

 

 

"Lampo"

12Jan2015

"Lampo" zusammen, 

dies bedeutet auf Mossi oder Gourmanché (zwei Stämme in Burkina Faso) "Hallo" oder "Guten Tag" und ist in Piéla eine übliche Begrüßung. 

Ich habe gestern Abend mit Uli telefoniert und Folgendes erfahren: 

Morgens ist es noch recht frisch (kaltes Wasser beim Duschen), aber tagsüber, so hat Uli den Eindruck, wird es von Tag zu Tag etwas wärmer, geschätzte 30 bis 33 Grad. 

Er hat mir etwas von seinem Besuch in den Schulen Piélas erzählt: diese sind in recht gutem baulichen Zustand und jede der Klassen hat einen eigenen Klassenraum (mit ca 85 Kinder pro Klasse) und eigene Lehrer, in manchen Schulen gibt es zudem Referendare. Jede Schule hat auch eine eigene "Kantine", das große Problem ist jedoch, dass hier nicht genug Nahrung zur Verfügung steht, damit jedes Kind täglich ein Mittagessen bekommt. Hier sieht Uli auf jeden Fall Handlungsbedarf, damit die Schulspeisung für die Kinder übers ganze Jahr gewährleistet ist. Im Gymnasium in Piéla konnte Uli sich mit dem dortigen Deutschlehrer in Deutsch unterhalten. In der nächsten Woche soll ein großes Treffen mit vielen Patenkindern und deren Eltern stattfinden und César hat den Lehrer um Hilfe bei den Übersetzungen gebeten. Ab und zu spricht auch jemand Englisch.

 

Gestern morgen war um 8 Uhr Sonntagsmesse und die begann in der Tat pünktlich um 8 Uhr. Alle anderen Termine starten grundsätzlich immer später als angegeben und prompt kamen sie etwas zur spät zur Messe :-) Die Messe hat Uli, wie bereits am Vortag, sehr gut gefallen und er kann gut verstehen, warum die Messen so gut besucht sind. 

Am Samstag war Uli mit der Firma unterwegs, die vor Ort die Brunnen für die Partnerschaft bohrt: diese suchen mittels eines modernen Verfahrens mit Strom nach Wasser. Aus einem der umliegenden Dörfer war angefragt worden, ob die Partnerschaft dort einen Brunnen bohren könne.  Sie habe sich die Begebenheiten vor Ort angesehen (Einwohnerzahl, Entfernung zum nächsten Brunnen etc) um zu beurteilen, ob eine Bohrung Sinn macht. Sie haben den Entschluss gefasst, dass dieses Dorf bei der nächsten Antragstellung zur Bohrung nach Trinkwasserbrunnen Berücksichtigung finden soll. Aus Dankbarkeit wurden ihnen zwei  Hähnchen  geschenkt. Somit war das Abendesssen gestern gesichert :-) Die Menschen sind so arm und geben trotzdem von ihrem wenigen noch etwas ab. 

Uli hat bisher glücklicherweise keine gesundheitlichen Probleme, er isst aber auch auf Werners ausdrücklichen Rat hin nie außerhalb, sondern nur das, was er und César sich selbst kochen. Das Problem liegt u.a. darin, dass die Qualität des Wassers für uns Europäer leider nicht ausreicht und wenn das Wasser nicht stark genug erhitzt wird, kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen. Bei Terminen tagsüber müssen dann Müsliriegel, Apfelsinen und immer genügend Wasser ausreichen. Leider sind einige Pakete, die wir mit  Lebensmitteln und Gastgeschenken, Werkzeug etc. vorausgeschickt haben, noch nicht angekommen und Uli hofft, dass dies in den nächsten Tagen der Fall sein wird. Morgen steht ein Besuch beim Hochkommissar in Bogande an. Dies ist wohl ein hochrangiger Chef der ganzen Region. Dort auf der Post werden sie sich dann nach dem Verbleib der Pakete erkundigen.  

Uli freut sich, dass viele hier mitlesen und grüßt euch herzlich.

Bis zum nächsten Mal viele Grüße von Martina

 

alles ist gut

11Jan2015

Guten Morgen, 

ich habe in den letzten zwei Tagen nicht mit Uli telefoniert, aber er hat mir kurze SMS geschrieben: 

am Freitag waren sie in den vier Schulen Piélas und am Abend fand ein Jahrgedächtnis statt und zwar in der Familie des Verstorbenen und am Samstagmorgen dann in der Kirche. Uli sagt, es sei eine tolle Messe gewesen. Nach der Messe hat er wohl sehr viele Leute getroffen und begrüßt (Zitat: "einfach wahnsinnig toll").  Er hat  auch Jean Gabriel getroffen und Abbé Théophile, den Pfarrer, der auch im letzten Jahr zum 20-jährigen Jubiläum bei uns zu Besuch war. Sehr schön war, dass Abbé Pierre zu Besuch war und nach der Messe wollte Uli mit ihm zusammen Mittag  essen. Abbé Pierre ist der Mitbegründer der Partnerschaft und feierte im Dezember 2014 sein 25-jähriges Prieserjubiläu

Uli schreibt, dass es ihnen gut geht, worüber ich sehr froh bin. 

Nach dem nächsten Telefonat informiere ich euch wieder. Einen schönen Sonntag und viele Grüße bis dahin: Martina

 

 

 

Uli lässt grüßen

09Jan2015

Hallo zusammen, 

ich grüße euch hiermit herzlich von Uli, dem es gut geht. Er hat dort keinen Internetzugang und kann daher hier nicht selbst "bloggen". Ich werde euch aber berichten, wie es ihm ergeht und, was er dort erlebt. 

Uli ist am Montag gegen 16:30 Ortszeit nach einem ca 6-stündigen Flug in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, gelandet. (ca. 1,6 Millionen Einwohner). Der Pilot sagte eine Temperatur  von 29 Grad durch. Dort wurde er von Cesar, dem Vorsitzenden der Partnergruppe Cuofi, und einer Delegation von 5 weiteren Personen abgeholt und sehr herzlich empfangen. Die Nacht haben sie dann in Ouaga verbracht. 

Am Dienstag Morgen stand ein Besuch beim Botschafter an, danach Großeinkauf vnn Lebensmitteln, etc. im Supermarkt und auf dem Markt. Uli hatte eine sehr genaue Einkaufsliste von Werner erhalten, die sehr umfangreich war. 

Die Fahrt aus der Stadt raus hat wohl recht lange gedauert: Uli sagt, es war sehr viel Verkehr und unzählige Mopeds auf den Straßen. Von dort aus sind es noch ca. 130 km bis nach Piéla, aber auf unbefestigten Straßen: Uli ist froh, dass die Partnerschaft Cesar ein so gutes Auto gekauft hat. 

Am Abend gegen 20 Uhr sind sie in Piela angekommen und auch dort sehr herzlich begrüßt worden. Uli ist bei Cesar untergebracht. Dort im Haus hat er ein eigenes Zimmer mit einer Toilette und einer Dusche. 

Cesar hatte dann gesagt, dass Mittwoch Morgen um 8 Uhr das erste Treffen in Bogande (ca eine halbe Stunde von Piéla) auf dem Programm stehe. Es war dann so, dass sie erst um 9 losgefahren sind und das Treffen auch erst um 10 Uhr stattfand :-)  Daran merkte man, dass die Uhren in Piéla einfach "anders ticken". 

Bei diesem Treffen wurde wohl eine Arbeitsgruppe auf Provinzebene gegründet, um die Entwicklungen zu koordinieren.

Am Abend fand eine Sitzung des Kommitees der Cuofi statt und Uli betonte, wie herzlich und freundlich die Menschen dort alle sind. Es wurden Termine bis übernächsten Montag festgelegt und Uli ist gespannt, ob die alle klappen. 

Am Mittwoch hat Uli sich beim Bürgermeister von Piéla und dem neuen Gemeinderat vorgestellt. Die Temperatur tagsüber liegt bei gefühlten 30 Grad und Uli schwitzt, aber alle anderen haben dicke Jacken an. 

Gestern habe ich nur kurz mit ihm telefoniert: er rief an und fragte, wie man Bohnen aus der Dose schmackhaft zubereitet :-). Er wohnt mit Cesar und dessen fünfjähriger Tochter zusammen, die er scheinbar schon sehr ins Herz geschlossen hat. Cesars Frau und der kleine Sohn sind zur Zeit nicht dort, da die Frau in einer anderen Stadt arbeitet. Deshalb versorgen die beiden sich selbst.

Die Verständigung klappt gut, da Cesar recht gut Deutsch spricht. Uli spricht kein Französisch und ist mit einem Wörterbuch und einer von mir verfassten Liste in "Lautschrift" unterwegs.

Bis zum nächsten  Mal viele Grüße von Martina

 

 

 

 

Uli ist gut angekommen

07Jan2015

Hallo, hier "spricht" Martina: 

ich will euch kurz mitteilen, dass Uli gut in Ouagadougu und dann gestern Abend gut in Piéla angekommen ist. Da ich noch nicht weiß, ob, und wie das mit dem Internet klappt und ihr sicherlich schon ganz gespannt auf eine Nachricht hier im Blog seid, diese kurze Info -)

Mit der Telefonverbindung das scheint jedenfalls nicht ganz problemlos zu sein: ich habe es eben über einen längeren Zeitraum immer wieder versucht und keine Verbindung bekommen, bei der wir uns verstehen konnten. Ich hoffe, dass es mit der Kommunikation nicht so schwierig bleibt.

Viele Grüße von Martina

 

 

4.1.15 fertig gepackt

04Jan2015

So die Koffer sind gepackt und es alles bereit zum Start

 

01.01.2015

01Jan2015

Ich wünsche allen ein frohes und erfolgreiches neues Jahr 2015

05.01.2015

30Dez2014

Heute geht es los, ich bin jetzt in Brüssel und warte auf meinen Abflug.

Werner hat mich just in Time hier abgeliefert.Viele Dank an Werner für all die Unterstützung .

Jetzt geht es zum Gate :-)

 

Schöne Aussichten

24Dez2014

Schöne Aussichten so kurz nach Weihnachten 

 

13 Tage bis zum Abflug

23Dez2014

Alles ist vorbereitet  am kommenden Freitag noch einen Schluck Cholera Impfung und dann ist auch das Kapitel abgeschlossen :-)

An alle die schon mitlesen, wünsche ich ein entspanntes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2015.

LG

Uli

Übrigens: In Piela sind es zur Zeit 35 Grad 

23 Tage bis zum Abflug

12Dez2014

Neben den letzten Rücksäcken, habe ich am 21. und 28. November 3 Pakete mit notwendigen Ausrüstungsgegenständen, Salben, Verbandszeug und Proviant nach Piela gesandt.Mitlerweile sind die ersten 2 Paket auch angekommen.

Mit meinen Impfungen bin ich bis auf die Cholera Impfung durch, diese wird in 2 Schritten oral eingenommen. Nächste Woche werde ich den ersten Schluck  nehmen.

LG Uli

Tickets gekauft

26Sept2014

Heute habe ich die Flüge nach BF gebucht.

Somit können nur noch Katastrophen mich aufhalten.

Planungsphase

12Aug2014

nachdem ich den Entschluß gefasst habe im nächsten Jahr unsere Partnergruppe Cuofi zu besuchen, läuft jetzt die erste Planungsphase.

  • Impfmarathon planen
  • Überblick über Flugverbindungen schaffen
  • Was muss ich alles mitnehmen?
  • Was muss ich vorher schon mit den Paketen versenden?
  • Was möchte ich alles erledigen wenn ich dort bin?
  • ist alles sicher in BF?