Schlusswort und Bilder

01Feb2017

Hallo zusammen,

nachdem ich jetzt schon ein paar Tage zu Hause bin, liefere ich euch noch ein paar Bilder nach.

Ich arbeite schon an der Zusammenfassung der Bilder zu einem Bildervortrag, den ich euch gerne später Live vortragen möchte. Die Termine werden noch bekanntgegeben.  18.3. Mitgliederversammlung in Mutscheid

Gruß

Uli

Ich bin sehr dankbar, dass ich gesund geblieben bin und wieder zu Hause bei meiner Familie sein kann.

Trotzdem vermisse ich die in den letzten 4 Wochen liebgewonnenen Menschen auch.

Ein weiterer Grund um noch mal nach Piéla zu reisensmile 

 Ich mit meinem Patenkind

Ob die weiße Farbe echt ist ? :-)

Dankbarkeit für den Brunnen

 Zum Dank ein Bier 

 

Lorenzo mit Tony

Wendy und Arthur

Wendy; Uli ; Arthur hinten Cesar und Angeline

 Cesar und Angeline

Cesar und Angeline

 Die Patenkinder in Gayeri

Zurück im kalten Deutschland 

29Jan2017

Heute morgen um 5:30 sind wir in Brüssel gelandet. Die letzten 4 Wochen habe ich mich an wenig Schlaf gewöhnt, und so war diese Nacht nicht besonderes. 

Martina und Annika haben uns abgeholt, und um kurz nach 9 waren wir wieder zu Hause. Der Kopf ist schon noch sehr in Piéla, ich erzähle viel über die Aktivitäten und verteile  die vielen Geschenke die ich mitbekommen habe.Irgendwann steht Werner vor der Tür und bringt mir zur Stärkung ein Paar Würstchen, ein Bier und Rotbäckchen ? damit ich auch weiter gesund bleibe. Ansonsten ist heute der erste Tag seit langem, der erste Tag ohne Arbeit. Das wird sich ab morgen wieder ändern, da es jetzt gilt die ganzen Informationen zu sortieren und all die Bilder sichten um diese für euch aufzubereiten. Insgesamt dürften es mehrere 1000 Bilder und Videos sein.

Gute Nacht

Uli

Abschied

28Jan2017

Samstag 28.1.

Heute an unserem letzten Tag, für diese Reise, Starten wir gemütlich. Nach der anstrengen letzten Woche gehen wir erst um 8:30 zum Frühstück in eine Bäckerei. Ansonsten steht heute nur der Termin mit ein Dollar Brillen an und der Besuch von 3 Patenkinder,die hier in Ouga leben oder studieren. Die Patenkinder kommen nach dem Frühstück zu uns in die Herberge. Dannach sind wir zum Mittagessen mit den Vertretern vom ein Dollar Brillen Projekt bei AMPO verabredet. Ein sehr gutes Essen und noch bessere Gespräche machen mir viel Hoffnung, dass wir demnächst den Menschen in Piéla und Umgebung bezahlbare Brillen anbieten können und auch noch ein paar jungen Menschen damit eine Beschäftigung geben.

Bei unserer Rückkehr zur Herberge ist Ida , das Patenkind von Paul und Martha noch einmal da, und Tani, unsere Studentin kommt auch um uns zu verabschieden. Ab 4 Uhr schauen wir die 1. Halbzeit vom Viertelfinale Burkina Faso ?? gegen Tunesien ?? . Wir haben beschlossen in der Halbzeit zum Flughafen zu fahren, den wenn die Étalons gewinnen sollten, können wir unseren Flug wahrscheinlich vergessen. Dann wird es kein durchkommen durch Ouagadougou geben. In der Halbzeit ist Ouagadougou fast Menschenleer,so dass wir in 20 Minuten am Flughafen sind. 5 Stunden vor Abflug. Zum Glück können wir die Koffer schon abgeben, und gehen danach noch in ein Bistro gegenüber des Flughafens. Dort wird der Sieg der Étalons gefeiert. Wieder mal alles richtig gemacht ?. Dann ist Zeit Abschied zu nehmen. Die Burkinabe sind, wie schon geschrieben dabei sehr emotionslos. Mir fällt der Abschied schon schwer. Nach 4 Wochen sehr intensivem Zusammenleben und arbeiten nicht ganz einfach Lebewohl zu sagen. 

Ich sende diesen Beitrag direkt vor dem Abflug noch aus Burkina Faso ab. Daher muss ich jetzt Schlus machen.

Ab Sonntag bin ich wieder zu Hause und melde mich dann wieder.

Gute Nacht

Auf mich warten jetzt 6 Stunden Flug

Uli 

Ich komme wieder Burkina Faso ????❤

Abschied aus Piéla

27Jan2017

Do 26.1.

Nachdem wir gestern erst nach Piéla zurückgekehrt sind,heißt es heute schon wieder Abschied zu nehmen. Der Tag beginnt etwas hektisch weil noch einige Patenkinder in der letzten Minute vorbeikommen um fotografieren zu werden und ich her Briefe abzugebn. César muss heute dringend zur Arbeit, da wir ja sehr lange weg waren. Er muss bis nächste Woche Mittwoch viele Vorgänge abschließen und wird erst am Dienstag aus Ouagadougou zurück nach Piéla kommen, da er am Montag noch einen Termin zur Entwicklung der Provinzen hat. Hier vertritt er sie zivile Gesellschaft von Piéla.Daher muss er seine Arbeit heute fertig machen. Eigentlich  hatten wir noch einiges vor, das fällt aber der Arbeit von Cesar zum Opfer. Wir machen nur eine kleine Runde durch Piéla, um in Torima Bescheid zu sagen, dass wir heute Abend dort unseren Abschied gemeinsam mit den Mädchen feiern. Cesar sagt wie viele unserer Hähnchen dafür dran glauben müssen.?? es sind viele, aber lange nicht alle. Wir haben 80- 90 Hähnchen geschenkt ekommen. Die könnten wir nicht alle  verspeisen. Unterwegs  haben wir den Elektriker getroffen und ihm gesagt, dass wir im großen Speiseraum kein Licht haben. Er kam direkt mit und am Abend hatten wir Licht. Manchmal geht es schnell in Afrika. Dann noch bei Abbe Jakob vorbei, die Bänke im Gemeindehaus anschauen, auch die sind fertig. Zum Abscluss noch den Fortschritt beim Bau des Gartens im Lycée begutachten. Hier ist ein guter Anfang gemacht. Anschließend geht es nach Hause, um noch einige Dinge abzustimmen: Vereinbarung für Brunnenprojekt, Patenkinder und Problemkinder ,Kleinprojekte, immer wieder unterbrochen durch Besucher.

Am Abend dann die große Verabschiedung in Torima, mit  den Mädchen und dem Komitee der Cuo Fi. Es gibt, wie gesagt, reichlich Hähnchen mit Reis. Für mich haben wir zu Hause Nudeln gekocht. Nicht nur weil ich nicht gerne Reis esse, sondern weil ich mir nach 4 Wochen nicht am letzten Abend etwas holen möchte, was die Reise unangenehm macht?. Nach dem Essen gibt es den Dank der Mädchen, von Cesar und auch ich halte einen kurzen Rückblick und verspreche, wenn Gott will, wieder zu kommen. In der Zwischenzeit werden wir weiter arbeiten, um gerade diesen Mädchen eine bessere Zukunft zu geben. Das hat die höchste Priorität. Es ist schon kurz vor Mitternacht als wir nach Hause fahren, dort gibt es noch einige Dinge zu tun, letzte Geschenke zu verpacken und für César noch Bügeln. Um halb 2 gehe ich ins Bett. Meine vorerst letzte Nacht in Piéla.

Freitag 27.1.

Am Morgen geht es nach dem Frühstück los in Richtung Ouagadougou um dort heute und morgen die letzten Termine in anderen Ausbildungszentren wahrzunehmen und uns mit dem Projektkoordinator vom ein Dollar Brillen Projekt zu treffen.Ich versuche schon lange eine Werkstatt dieses Projekts nach Piéla zu bekommen. Jetzt ist die Chance sich persönlich auszutauschen, diese möchte ich unbedingt nutzen.

Da wir mal wieder zu spät losgekommen sind schaffen wir es wieder nich bis 12:00 Uhr in Ziniare zu sein. Der Direktor legt anscheinend sehr großen Wert auf seine Mittagspause und empfängt uns erst wieder um 15:00 Uhr. Wir schauen uns einen Skulpturen Park aus Granit an und essen etwas. Wäre doch gelacht, wenn wir nicht wieder zu spät kommen?.. Pünktlich sind wir im Zentrum, einem riesigen Areal von 20 Hektar.Hier wird in 12 Berufen ausgebildet, und das unter europäischen Bedingungen. Das ist möglich durch eine wahnsinnige Unterstützung aus Taiwan. In jedem Beruf gibt es für jeden Schüler eine eigene Maschiene. Nach dem Rundgang bekommen wir,dank dem Bürgermeister von Piéla, die Gelegenheit erneut im Ministerium vorzusprechen. Diesesmal ist es das zentrale in der Hauptstadt. Wir sprechen mit dem Generalsekretär des Ministeriums für Bildung und Alphabetisierung. Das Gespräch läuft wesentlich konstruktiver als am Montag in Fada. Hier ist man befugt uns zu helfen. Ich denke die Anwesenheit des Bürgermeisters der hauptamtlich auch in einem Ministerium arbeitet, macht da auch was aus. Hier sprechen wir mit Schmid und nicht mit Schmidchen ?.

Weitere Details schreibe ich vielleicht morgen oder von zu Hause. Wir sind alle müde und hungrig. Die letzte Nacht war sehr kurz. Bei mir waren es nur 3,5 Stunden Schlaf, bei César noch weniger, er musste ja noch bügeln. 

Ich werde mich morgen noch mal melden, bevor wir abfliegen. In Deutschland werde ich noch ein paar Bilder nachliefern und euch informieren wann und wo wir über die Reise berichten werden. 

Ein Termin ist schon fest. 18. März Mitgliederversammlung um 20:00 in Mutscheid bei Manni. Die Versammlung ist offen für jeden. 

Gute Nacht

Uli

Zurück nach Piéla

25Jan2017

Mittwoch 25.1.

Heute geht unsere Rundreise durch die Region Ost zu Ende. Am Morgen besuchen wir bei Abbe Pierre, in Namungou, die heilige Messe. Heute feiern sie dort den Tag der Katecheten mit einer "großen" Messe, das heißt sie dauert mind. 2 Stunden. Zu Beginn der Messe begrüßt Pierre  uns, und am Ende erklärt er die Phase des Übergangs von Werner zu mir. Er dankt dafür, dass ich diese Aufgabe übernommen habe, und somit der Partnerschaft und der Cuo Fi eine Zukunft gegeben habe. Weiter dankt er für die Aufnahme von Ihm und César in den Familien, als Mitglieder der Familien, bei Ihrem Besuch letzten Sommer. Ein besonder Dank ging an Martina und die Kinder, denn wenn diese meine Aufgabe nicht unterstützen, dann könne ich das auch nicht machen. Wie wahr! Er bestätigte das alle in Deutschland sehr gute Arbeit machen. Dann durft ich auch noch ein paar Sätze an die Anwesenden richten. Nach der Messe haben wir uns die Schulbänke und Tische angeschaut, die wir mit der Unterstützung des Erzbistum  anschaffen konnten. Pierre leitet in Namungou ein Ausbildungszentrum für Katecheten und hatte nur sehr alte und mehr oder weniger kaputte Schulbänke. Danach gab es anstatt Frühstück ein Bier ?, obwohl wir gutes Brot mitgebracht haben. Danach in Fada unsere Sachen packen, noch was essen ? und dann zurück nach Piéla.  Nach knapp 3 Stunden sind wir pünktlich zum Sonnenuntergang in Piela.  Vor 2 Jahren sind wir die Strecke in unter 2 Stunden gefahrenen, das ist jetzt absolut unmöglich , teilweise kann man nicht schneller als 25 km/h fahren. Am Abend kommt dann noch das Komitee der Patenkinder zur Verabschiedung vorbei. Lorenzo und ich haben das traditionelle Gewand geschenkt bekommen und Lorenzo noch 2 Hähne. Es schlossen sich noch einige lebhafte Diskussionen in Gourmanche an, den hier erkennt man durchaus das es punktuell Probleme bei den Patenkindern und ihren Familien gibt. Wie immer werden alle Themen sehr offen diskutiert. Wir sind alle nach der 5- tägigen Rundreise müde, und gehen jetzt gleich ins Bett.
Gute Nacht
Uli

Morgen ist unser letzter Tag in Piéla, der garantiert voll mit Terminen sein wird. 

 

Tierpark

24Jan2017

Dienstag 24.1. 

Nach dem gestrigen, sehr anstrengenden Tag gönnen wir uns heute den Besuch in einem  Wildreservat . Gestern waren wir nur noch essen, und danach ins Bett. Heute bin ich um 4;00 aufgestanden, wir wollten um 4;30 abfahren........? Kurz nach 5 sind wir los  um in das ca. 70 Km entfernte Reservat Singou zu fahren. Bei noch vollkommener Dunkelheit kein Vergnügen. Auch um diese Zeit sind schon unbeleuchtete Eselkarren und andere Gefährte unterwegs. Ebenso ist man um diese Zeit mit einem Auto mit zwei weißen verdächtig. Wir mussten schon zum 2. Mal unsere Pässe zeigen. Kurz vor halb 7 haben wir das Reservat dann gefunden. Die letzten 14 Km gehen wieder quer durch den Busch, und das ohne ein einziges Schild. Zur Begrüßung gab es erst mal Frühstück mit Kaffee, Weißbrot mit Butter und Wasser. Dann wird der Parkeigene Jepp bepackt und es geht um kurz nach 7 los.Heute ist selbst mir ein wenig kalt, unsere einheimischen Freunde ziehen ihre dicken Pullover an. Somit geht es durch den Park, und. nach ca. 30 Minuten sehen wir die ersten Tiere. Je tiefer wir in den Park hinein fahren, desto mehr Tiere sehen wir. Antilopen , Affen, unzählige bunte Vögel und Mittags einen Löwen. Währen wir diesen sehen, schießt unser Führer uns ein paar Perlhüner. Diese werden direkt gerupft und auf einem Grill aus Holzstöcken gegrillt. An der Stelle, an der wir die Pause machen, sehen wir auch noch Krokodile. Neben dem Essen gibt es auch gekühlte Getränke: Bier, Cola und Wasser. Was will man mehr? Rund um unseren Rastplatz können wir Spüren von viel Tieren finden, auch von Elefanten. Die habe schon eine imposante Schuhgröße. Ganz in der Nähe liegen auch Knochen eines Elefanten, der entweder Wilderern zu Opfier gefallen ist, oder vielleicht während der Regenzeit im Schlam stecken geblieben ist. Nach einem Mittagsschläfchen geht es dann weiter in der Hoffnung mehr als nur die Spuren oder Knochen der Elefanten zu sehen. Die Rückfahrt dauerte über 2Stunden und wir sahen neben vielen Tieren, kurz vor der Lodge dann doch noch eine Herde Elefanten. Somit ein echt gelungener Tag?. Wir tranken noch schnell ein Bier mit unseren 3 Fühtern und zahlten für den ganzen Tag inclusive der Getränke und Trinkgeld knapp 150.000 CFA, rund 220 € für 11 Stunden mit Frühstück, selbstgschossenem Mittagessen mit Bier, Kaffee und Obst. Wir sind froh das wir uns die Zeit genommen haben und das wir unseren treuen Begleitern, Matthias, Jean Didier und natürlich César diesen Besuch ermöglicht haben. Diesen Tag zahlen wir privat und sind echt froh. Zum Abschluss bekamen wir noch eine Keule von einem Tier das sie hier Koba nennen geschenkt. Eine Art Gazelle, sie hat schon ein parr Kilo Fleisch. Dieses wird bei César's Schwester  von 3 jungen Männern Klein geschnitten. Zum Schutz vor drei nimmt man eine verrostete Blechplatte und den Sack in dem die Keule verpackt war. Das macht hungrig und wir fahren Essen. Cesar hat bei einer Verwandten Nudeln und Fleisch nach Europäischer Art bestellt. Wie der Zufall es will gibt es Koba, aber nicht von unserem Fleisch. Ob es anders verarbeitet wurde wissen wir nicht, und das ist gut so. Auf jede. Fall ist es durch gebraten. Ich habe volles Vertrauen in  César, und esse das angebotene sehr leckere Essen. Schon wieder ist es halb 10 um ich bin fast 18 Stunden auf den Beinen, allerdings heute ganz ohne Arbeit, außer ein paar Gesprächen mit César über die nächsten Schritte für das Ausbildungszentrum und den Blog schreiben. Damit bin Ich jetzt fertig. Morgen fahren wir zu Abbe Pierre und dann für einen Tag nach Hause,  bevor wir am Freitag nach Ouagadougou aufbrechen.

Machts gut und gute Nacht

Uli

Sonntag, Abschied und wichtige Termine

23Jan2017

Sonntag 22.1

Den Sonntag haben wir, wie geschrieben, ruhig angehen lassen. Erst was Brot besorgen und dann "Frühstück" Kaffe, Brot mit der mitgebrachten Butter und etwas Saft. Hier ist das frühstücken,so wie wir es kennen, nicht üblich. Wenn überhaupt isst man die Reste vom Vorabend, und diese einfach kalt. Nach dem Frühstück haben wir etwas Zeit um mit den Kindern zu spielen.Angeline die schon um 7:00 Uhr zur Arbeit musste,kommt um 10 kurz nach Hause um Tony zu stillen.Sie könnte ihn auch mitnehmen, aber es ist ihr zu gefährlich in der Krankenhaus Umgebung mit dem kleinen Mann. Wir treffen uns gegen Mittag mit den 8 Patenkindern einem Katecheten und einigen Eltern und erläutern den Kindern erneut die Themen, die wir auch beim großen Treffen in Piela erklärt haben. Die Kinder hier in Gayéri sind schon alle zwischen 15 und 19 Jahre alt, und man kann Ihnen alles sehr gut direkt erklären. Es ist eine sehr gute Runde und am Ende werden die jungen Menschen auch richtig locker und sprechen fast alle auch Englisch. Als wir nach Hause kommen hat Angeline mit Hilfe von Natalie schon gekocht. Am späten Nachmittag treffen wir uns noch mit einigen führenden Polizeibeamten auf ein/ zwei Bier und diskutieren schon heiß über das anstehende Fußballspiel . Kurz vor 7 wird dann geklärt wo wir das Spiel schauen. Angeline hat in ihrem Haus, außer einer kleinen Solaranlage, keinen Strom und somit keinen Fernseher. Wir fahren zu Angeline's großen Bruder und die Frauen bringen das ganze Essen einfach dorthin. Nach dem vielumjubelten Sieg der Étalons, so heißt die Fußballnationalmannschaft von  Burkina Faso ??, gibt es ein reichhaltiges Abendessen, in dem die Perlhühner, die wir Mittags von den Vertretern der Patenkinder bekommen haben, den Mittelpunkt bilden. Dazu couscous, Kartoffeln, Pommes und Saltat. Um Mitternacht löst sich das ganze auf, die Kinder schlafen schon länger und werden schlafend oder halbschlafend mitgenommen. Cesar bringt uns ins Hotel und sagt, dass er uns um 5:15 Uhr abholt. Also heißt es schnell schlafen.

Montag 23.1

6:00 Uhr ich habe den Blog von gestern geschrieben nur von César noch keine Spur? aber so ist das hier, nur schade das ich mir den Wecker auf 4:45 Uhr gestellt habe?. Kurz nach 6 kommt Cesar und wir fahren noch mal kurz bei Angeline und den Kindern vorbei um uns zu verabschieden. Es war schön das wir uns wenigstens diese 2 Tage gesehen haben, vielleicht schaffen wir es beim nächsten Mal alle zusammen zu sein. In der Familie ist das Leben noch mal was anders, auch wenn wir alleine mehr schaffen. Der Abschied ist, afrikanisch, kurz und schmerzlos. Gut 2 Stunden später sitzen wir in Fada beim Frühstück. Nach dem Frühstück geht der Besprechungsmarathon los. Zu erst treffen wir uns mit Abbe Landry, bei Ocades für Brunnenbohrungen und Latrinenbau zuständig. Auf unsere Bitte bei den nächsten Angeboten für Brunnen, auch Latrinen mit ins Angebot zu nehmen, berichtet er, dass sie gerade genau so etwas als eigenes Kleinprojekt gestartet haben. Sie bauen je Brunnen auch 10 Latrinen, und was ganz wichtig ist, sie schulen die Bewohner  warum und wie diese die Latrinen benutzen sollen. Im Anschluss verbringen wir 2,5 Stunden in einem Ausbildungszentrum,welches in insgesamt 7 Berufen ausbildet: Maurer, Schlosser, Elektriker, Schneider, Automechaniker, 2 Radmechaniker und Wasser und Sanitär Installateure. Man verfolgt hier aber ein anderes Konzept als im Ausbildungszentrum in Bousla. Die Ausbildung dauert nur 2 Jahre, hat zum Abschluss  auch nur ein Zertifikat über eine mit einer Prüfung abgeschlosse Ausbildung. Dieses  bietet keine Berechtigung zum Studium oder ähnliches. Uns wurde alles sehr genau erklärt, und es blieb keine unserer vielen Frage unbeantwortet. Wir konnten auch alle Werkstätten sehen und haben hierbei auch den Sohn von Matthias getroffen. Von Seiten des Ausbildungszentrum wurde eine Zusammenarbeit angeboten, diese muss ich aber zum besseren Verständnis mit César genau besprechen. Hiervon Berichte ich später oder zu Hause. Nach einem Besuch eines Ausbildungszentrum für Schneider und Frisöre, ging es zum wichtigsten Termine, der Zweigstelle des Ministeriums für Schule und Bildung. Leider musste ich bei diesem Termin mit harten Bandagen kämpfen. Die Meinung der Herren war, dass wir das Zentrum bauen und danach an den Staat übergeben. Das ist nach jetzigem Kenntnisstand aber nich möglich,bei BMZ geförderten Projekten.  Die Herren boten an,das wir das Zentrum ja selbst betreiben könnten, und sie Schüler inklusive Schulgeld zur Schule schicken würden. Das sie Schüler schicken glaube ich direkt, an das Schulgeld glaube ich nicht. Wenn es Probleme gäbe könne der Staat ja vielleicht helfen, war schon das letzte Angebot. Somit waren wir ziemlich schnell am Ende, da es nur sehr vage und unverbindliche Zusagen gab, die nicht mit unseren Plänen und den Vorgaben des BMZ passen. Wir möchten uns mit dem Berieb des Zentrums keinen schwer kalkulierbar Klotz am Bein hängen. Aus Gesprächen mit anderen Partnerschaften in Deutschland weiß ich, dass wenn man damit anfängt der Staat nicht daran denkt die Kosten zu übernehmen. Ok, somit eine Option geplatzt, wir haben noch andere, und diese werden wir weiter bearbeiten und hoffentlich zu einer einvernehmlichen Lösung kommen. Andernfalls müssen wir uns mehr Zeit nehmen. Zum Abschluss unseres Marathon besuchen wir noch ein berufsbildendes Gymnasium, wo wir auch nicht viel schlauer geworden sind. Jetzt sind wir hungrig und müde.

Für morgen haben wir etwas besonderes geplant, über das ich dann berichten werde. Lasst euch überraschen ?????

Beste Grüße 

Uli

Wiedersehen ; endlich

22Jan2017

Samstag 21.1.


Heute morgen haben wir in aller Frühe Piéla für die nächsten 4 oder 5 Tage verlassen. Unser Ziel ist heute Gayeri. Hier wohnt zur Zeit Angeline mit den Kindern. Aber wir fahren natürlich nicht einfach nach Gayeri. Der erste Stopp  wird in derSchule Sekouantou gemacht, um die angelieferten Schulbänke und Nahrungsmittel an die Schule zu übergeben. Immerhin 2 Tonnen Reis, 100 Kg Nudeln, 200 Liter Öl,  80 Kg Sardinen und 50 Kg Zucker. Obwohl Samstag ist sind sehr viele Kinder und die Elternvertretung anwesend. Nach meinem Hinweis bei unserem Besuch, letzte Woche,wurde der Garten schon wieder bepflanzt. Jetzt wachsen dort schon wieder Tomaten und Zwiebeln.

Weiter geht es nach Tobou. Hier wohnt die Familie meines Patenkindes. Als wir ankommen,ist nur der Opa zu Hause. Der Rest der Familie ist auf dem Feld Erdnüsse ernten. Kurz nach unserer Ankunft kommt unser Patenkind Jean Jaques, mit seinem Vater und den Zwillingen Paul und Pierre. Es beginnt die übliche höfliche Begrüßung, und nach und nach füllt sich der Hof. Zu meiner Überraschung hat die Mutter schon wieder ein Baby auf dem Rücken, es ist der kleine Jakob. Ich habe den Überblick verloren, das wievielte Kind er ist.Nummer 8 oder 9? 6 der Kinder sind anwesend. Die mitgebrachten Geschenke führen bei allen zu großer Freude. Mein Besuch ist aber kein reiner Höflichkeitsbesuch. Die schulischen Leistungen von Jean Jaques haben in den letzten 2 Jahren leider sehr nachgelassen, so das er 2 mal die Prüfung nach der 10. Klasse nicht bestanden hat und die Schule wechseln musste. Diese Prüfung berechtigt zum Besuch der letzten 3 Klassen zum Abitur. Ich habe ihm, übersetzt von Lorenzo, und Jean Didier fürs Gourmanche klargemacht, dass wir ihn nur  weiter  unterstützen, wenn er  die Prüfung im Sommer besteht. Er soll die Chance die er durch die Patenschaft hat nich so einfach vergeuden. Dabei ist es ganz egal ob ich der Vorsitzende der Partnerschaft bin oder nicht.Ich glaube die Worte sind angekommen, besonders weil Lorenzo als fast gleichaltriger, das gut rüber gebracht hat. Zum Abschluss hat Jean Jaques mir versprochen, alles für die Schule zu tun, um uns nicht zu enttäuschen. Ich habe ihm in englisch erklärt, dass er das nicht für uns macht, sondern für sich und seine Familie. Dann mussten wir auch schon  aufbrechen um noch ein weiteres Patenkind in Tobou zu besuchen. Die nächste Station führte uns zu einem Brunnen aus dem letzten Projekt 2015/ 2016  nach Diapada. Hier erlebten wir einen Volksfest ähnlichen Empfang mit Trommeln und sehr vielen Menschen. Am Brunnen, der übrigens auch sehr viel Wasser liefert (20.000 Liter die Stunde) ,  musste zur Ansprache erstmals ein Megaphon benutzt werden. Es wurde uns für unsere Unterstützung gedankt und hervorgehoben wie wichtig der Brunnen für die vielen Menschen sei. Die übliche Bitte nach weiterer Unterstützung dürft natürlich nicht fehlen. Hier ist der Wunsch nach einer Krankenstation. Bevor wir im Bistro auf ein Bier eingeladen wurden, bekamen Cesar, Lorenzo und ich jeder ein traditionelles Gewand geschenkt. Bilder werden folgen. Nach der Stärkung mit Bier, und für die Einheimischen auch gegrilltes Ziegenfleisch, ging es mit einem Führer auf einem Motorrad in Richtung Gayéri. Angeblich nur 34 Km ? allerdings wie so oft eigentlich nur Pfade für 2 Räder. So brauchten wir über 2 Stunden für die Strecke über tausende Schlaglöcher. Immer wieder bin ich froh, das wir hier ein vernünftiges Auto haben. 

In Gayeri angekommen, führt uns  César 's Schwager erst mal zu unserer Herberge, einem echt komfortables Hotel. Klimaanlage, Strom, Wasser und sauber. Dem würde garantiert nicht jeder in Deutschland zustimmen, aber für die hiesigen Verhältnisse,ist es echt sauber. Angeline ist noch bei der Arbeit, uns so fahren wir zuerst noch bei César's Schwager vorbei und bekommen direkt etwas zu essen und trinken. Zur Abwechslung mal kein Bier, sondern französischen Rotwein. Dann ging es endlich zum Haus, das Angeline für sich, die 3 Kinder und das Hausmädchen Natalie,  hier angemietet hat. Eigentlich zu groß und teuer, aber auf die schnelle gab es nichts anderes. Endlich ein Wiedersehen mit Wendy ??❤ und Arthur. Unser Patenkind Tony ist schon gut gewachsen in den knapp 4 Monaten. Ich freue mich auch Angeline wiederzusehen. Unser letztes Treffen war ja leider auch nur ein paar Stunden vor meinem Abflug. Wir essen dann gemeinsam und ich verteile meine mitgebrachten Geschenke für die Kinder und Angeline. Die Freude ist groß und die Dankbarkeit noch größer. Selbst Matthias und Jean Didier kommen um sich für die Geschenke an die Kinder und Angeline zu bedanken. Würde das jemand in Deutschland machen?? Am Abend gehen wir noch in ein Bistro/ Bar auf ein Bier. Die Bar gehört einem der vielen Verwandten aus Angeline's riesiger Familie. Wir trinken Bier und Limonade. Der Besitzer ist zur Zeit in Fada, lädt uns aber aus der Ferne noch eine Runde zukommen. So ist es schon wieder spät, und die ersten schlafen schon ein. Da die Messe um 7:00 Uhr ist beschließen wir,diese Mal auszulassen uns etas länger zu schlafen. Für Sonntag stehen nich so viele Termine an, so dass wir noch einen Tag mit der Familie verbringen können.

Ab Montag geht es in den Endspurt mit vielen wichtigen Terminen, Ausbildungszentren, Ministerium, Ein Dollar Brillen, und ein Verabschiedungs Marathon!!

Ich werde versuchen weiter von unserer Reise in die verschiedensten Städte berichten, sofern die Möglichkeit besteht. Bilder gehen erst wieder in Piéla oder in Facebook.

Bis dahin einen schönen Sonntag 

Uli

Viele Grüße von der ganzen Familie Beogo und Danke für alles.

Bilder und Programm Zero

20Jan2017

Hallo zusammen,

ich hatte euch gestern geschrieben, dass ich noch mal auf das Program ZERO eingehen möchte.

Mit diesem Programm, einem Bestandteil von "Entwicklung durch Bildung"  versuchen wir die Schwangerschaften im schulischen Umfeld auf NULL = ZERO zu bringen. Das wird natürlich nie gelingen.

Zum schulischen Umfeld gehören auch Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern, entweder weil ein Mädchen versucht bessere Noten zu bekommen, und sich dem Lehrer anbietet, oder auch das ein Lehrer ein Mädchen nötigt um eventuell auch bessere Noten zu bekommen. Der Großteil der Schwangerschaften entstehen aber natürlich zwischen den Schülern.

Mit einigen Filmen wurden diese verschiedenen Aspekte sehr gut beleuchtet. Auch wurden die ganzen sozialen Probleme, sowohl für die Mädchen wie auch für dieJungen aufgezeigt, z.B. Ein Junge der eine Familie gründet, muss diese auch selbst versorgen können.  Im Anschluss gab es eine sehr offene Diskusion zu den Filmen, aus der oft zu hören war, dass man das bisher so noch gar nicht bedacht hätte.

Anschließend wurde auf die Nutzung von Kondomen hingewiesen, und dass diese nicht nur zur Verhütung von Schwangerschaften, sondern  auch  vor Geschlechtskrankheiten schützen. 

Ich fand es war eine für mich ungewohnte, aber doch sehr zielführende Veranstaltung, die in dieser Art an mehreren Schulen und auch im Mädchenwohnheim Torima mehrfach wiederholt werden. (müssen). Der Schulleiter des Gymnasiums erklärte, dass die sexuelle Aufklärung  nach und nach in den normalen Unterricht eingebaut werden wird. Die Kinder (Jugendlichn, junge Erwachsene) wurden gebeten, das heute gehörte, auch in der Familie zu besprechen, damit die Geschwister auch davon hören und profitieren. Ich habe sehr interessierte Schülerinen und Schüler gesehen, die sehr genau wissen um was es geht, bisher aber mit keinem darüber sprechen konnten. Meine Hoffnung ist es, dass die Mädchen stärker werden, um NEIN zu sagen, und die Jungen sich bewusster werden, welche Folgen ungeschützter Gschlechtsverkehr haben kann.  

Anbei einige Fotos von unseren Akivitäten der letzten Tage.Ich möchte niemanden mit den Kinderbildern schocken das ist die REALITÄT. Es sind nicht viele Kinder, die so arm sind, aber es gibt sie immer wieder,gerade in den entlegenen Dörfen. 

Arme Kinder

Arme Kinder

 Wasserpfütze für Tiere aber auch für Menschen

 Wasserloch mit Trinkwasser :-(

Lorenzo beim Wasserholen

Männer

Frauengruppe der Pheul

Andrang beim Vortrag zum Programm Zero

ZERO

Neue Brunnen Teil 2

19Jan2017

Die letzen beiden Tage haben wir uns weiterhin damit beschäftigt, Dörfer zu besuchen, die gerne neue Brunnen hätten. Zum Glück waren unsere Erfahrungen von vorgestern eine Ausnahme.Heute sind wir schon um 6:00 Uhr aufgebrochen um weit entfernte Dörfer in der Gemeinde Coalla aufzusuchen, Diese Gemeinde liegt ca. 80 Km nördlich von Piéla und erfährt sehr wenig Unterstützung. Im ersten Dorf leben über 500 Menschen mit Wasser aus  einer besseren Pfütze und einem kleinen Wasserloch. Hier ist die Entscheidung für uns sehr einfach. Im zweiten Dorf lebe 2 ethnische Guppen. Die im Osten häufigen Gourmanche und die aus dem Norden kommenden Pheul. Die Pheul sind überwiegend Moslems. Die Religionen tolerieren sich hier in Burkina Faso vorbildlich und feiern gemeinsam die Feste der anderen mit. Auch kann man feststellen, dass die Pheul die Landwirtschaft etwas anders betreiben. Auch in diesem Dorf würden wir in den nächsten Jahren einen Brunnen bohren. 

Nach 9 Stunden sind wir zurück in Piéla, haben aber direkt unseren nächsten Termin im Gymnasium. Das Programm ZERO wird zum ersten mal vorgestellt. Über 300 Schüler sind anwesend und beteiligen sich sehr gut. Ich werde in einem späteren Eintrag noch mal darauf eingehen. Ich bin jetzt nur noch hungrig und müde ?. Ausserdem sitze ich im Dunkel, da wir einen Stromausfall haben. Passiert immer wieder mal.

gute Nacht

Uli 

Keine Brunnen :-(

17Jan2017

Heute musste César erst mal ins Büro und so konnte ich meinen Beitrag von gestern fertig schreiben und schon mal Bilder von den verschiedensten Kameras zusammenführen. Am Gymnasium Piéla war heute der "Tag der Tradition"  Carine hat uns zu Hause in einem traditionellen Outfit überrascht. Das sah sehr schön an ihr aus. Gegen 11 sind wir dann zum Gymnasium gefahren und wurden schon erwartet. Als wir da waren sprachen der Schulleiter und César kurz zu den Schülern und im Anschluss wurden traditionelle Szenen gespielt. Es geht darum,dass die Traditionen nicht vergessen werden.

Für den Nachmittag hatten wir den Besuch von Dörfen,in denen neue Brunnen gebaut werden sollen, auf dem Plan. Hier erlebte ich zum erstem Mal Unfreundlichkeit. Das lag daran, dass César ganz deutliche und wahrscheinlich auch keine freundlichen Worte gewählt hat. Das erste Dorf soll nach eigenen Angäben über 300 Bewohner haben, und es soll weit und breit kein Brunnen geben. Beides ist falsch! Wie konnten bei einem ausschweifenden Rundgang nur wenige Hütten sehen, und am Ende kamen wir auch noch an einen Brunnen??, kaum 300 Meter von den nächsten Hütten entfernt. Beim wegfahren wurde uns dann tatsächlich hinterhergeschimpft.

Kurze Zeit später kam uns dann  ein Mann auf einem Motorrad hinterher, und versuchte uns mit  2 Hähnchen zu überzeugen. Das hat es nicht besser gemacht. Der Mann blieb ohne die sonst übliche Verabschiedung mit seinen 2 Hähnchen zurück. In den nächsten 2 Dörfern ähnliches Bild. Die Dörfer stellten sich beide als zu kleine Siedlungen heraus. Daher auch hier keine Zusagen für einen Brunnen. Nach mehreren Stunden über Pfade, die sonst nur von 2-Rädern oderEselskarren genutzt werden, leider ein erfolgloser Nachmittag. Die Siedlungen sind zum Teil so abgelegen,dass wir Unterstützung von ortsansässigen mit Motorrädern benötigen.

Auch wenn wir heute nicht erfolgreich waren, so zeigt sich wie wichtig die Arbeit von César, Matthias und den anderen der Cuo Fi ist. Die Prüfung der Orte muss sein, damit wir kein Geld in Privarbrunnen verschwenden.

Ein Erfolgserlebnis hatte ich heute morgen trotzdem. Beim checken meiner Mails, an die Partnerschaft, hatte ich den Kontakt des neuen Koordinators für Burkina Faso,  im ein Dollar Projekt. Er ist zur Zeit in Ouagadougou und wir werden uns nächste Woche Samstag treffen. Schade das es erst an  meinem letzten Tag in Burkina Faso ?? ist, aber so haben wir die Möglichkeit uns kennenlernen und aus erster Hand zu erfahren wo es in den anderen Orten nicht so gut klappt. César wird uns bestimmt auch gut präsentieren, so dass wir der nächste Ort mit einer Brillen Werkstatt werden. Das bringt neben den Brillen auch Beschäftigung.

Carine, César's hübsche Tochter im traditionellen Outfit

Treffen mit Pateneltern

16Jan2017

Hallo zusammen,

gestern stand für 10:00 Uhr das Patenelterntreffen auf dem Plan. Deshalb  sind César und ich schon um kurz nach 7 Uhr in Richtung Bogande gedüst. 30 km in 45 Minuten ?. Wir mussten nach Bogande, um das Geld für die Patenkinder abzuheben. Wir wollten die 7 Millionen CFA nicht übers Wochenende im Haus haben. Das sind ca. 10.000 €!! Danke an die Pateneltern. Wir waren erst um 10:20 Uhr wieder in Piéla, aber noch lange nicht die letzten. Um 11:20 Uhr haben wir mit dem Treffen begonnen. Lorenzo & ich wurden vorgestellt, danach hat César den Eltern unseren neuen Fagebogen vorgestellt und darauf hingewiesen,dass dieser unbedingt zum Brief gehört, ebenso ein Zeugnis. Leider mussten wir auch unangenehme Themen ansprechen z.B. ein Mädchen möchte einfach nicht mehr zur Schule, und andere Eltern brauchen das Schulgeld für andere Sachen. Für zweites haben wir schon eine Lösung. Mit dem Mädchen werden wir noch mal sprechen, aber zwingen können wir auch niemanden.  Nach  der Auszahlung ,sind wir bei Abbe Jakob, dem Priester in Piéla, vorbei um ihn um Hilfe bei den vorgenannten Herausforderungen zu bitten, und um Ihn bei einem Kleiprojekt zu unterstützen. Er braucht für das Gemeindehaus Bänke, und dabei haben wir ihm unsere Hilfe zugesagt. Kaum zu Hause standen die Vertreter der Schule Piéla C vor der Tür um für die Unterstützung zu danken. Begleitet wurden sie von 4 Hähnchen ????. Kurze Zeit später waren es nur noch 3?und eins unterwegs in Richtung Küche.

Doch damit war der Tag noch nicht vorbei. César hatte einen Lehrer um seine Einschätzung zu 2 Schülern gebeten. Dieser kam bei uns vorbei und berichtete,dass ein Waisenmädchen mit 2 anderen Mädchen alleine hier in Piéla lebt. Der Onkel, der das Sorgerecht hat, lebt in einer polygamen Bezihung und es ist kein gutes Umfeld für das Mädchen, übrigens seit letztem Jahr ein Patenkind.Der Lehrer frage an, ob für dieses Mädchen nicht Platz im Wohnheim sei.  Bei dem 2. Fall, einem 16 jährigem Jungen ist es ähnlich. Sein Vater ist Tod, und seine Mutter musste wieder heiraten um überhaupt zu überleben. Die  neue Familie kümmert sich jedoch nicht um die Kinder der Frau. So lebt auch dieser Junge alleine und geht im Sommer nach Nieger zum Arbeiten um sich das Schulgeld und den Lebensunterhalt zu verdienen. César hat mir den Jungen bei seinem Besuch im Sommer als neues Patenkind vorgeschlagen. Da er aber recht alt ist und ich die ganze Geschichte nicht hat kannte habe ich zuerst die jüngeren Kinder  ermittelt. Ich weiß im Moment auch nicht ob das sinnvoll ist mit 16 Jahren noch eine Patenschaft zu beginnen. Falls jemand anderer Meinung ist und das gerne machen möchte so kann er sich bei mir melden. Optional würden wir dem Jungen soweit helfen, das wir das Schulgeld übernehmen und César eine Arbeit für ihm in Piéla sucht. Warum gerade diese Kinder? Der Junge ist der beste Schüler in Piéla, mit 19,5  von 20 Punkten, und auch das Mädchen ist eine sehr gute Schülerin. Der Lehrer trug dies bitte vor, als ginge es um seine eigenen Kinder. Wir werden hier ganz sicher Lösungen im Sinne der Kinder  finden da  in ich sicher! 

Gestern durfte ich dann erneut mein Patenkind treffen, er kam kurz aus der Schule vorbei. Wie werden ihn und seine Familie diese Woche zu Hause besuchen.

Heute steht noch ein Besuch im Gymasium auf dem Plan, und Orte in denen neue Brunnen gebohrt werden sollen.

Bis demnächst

Uli

  Hähnchenübergabe durch die Vertreter der Schule Piéla C

Unser PatenkindJean Jaques

Empfang im Mädchenwohnheim "Torima"

Sonntag = Ruhetag ?

15Jan2017

Heute ist Sonntag, und wir haben keine Aktivitäten außer dem Messebesuch eingeplant. Da heute Schulfrei ist tummeln sich sehr viele Kinder im Hof herrum, und spielen mit den Sachen die sie finden. Natürlich hat sich auch rundgesprochen,dass der weiße Mann Luftballons ? hat. So kommen immer neue Kinder und bitten um Luftballons.  Das Treffen mit den Pateneltern, mussten wir wegen der gestrigen Messe auf morgen verlegen. Dadurch können die Kinder die zur Schule gehen leider nicht teilnehmen, und einige kommen schon heute um fotografiert und vermessen zu werden. Lorenzo hat aber auch schon viele mit Matthias besucht und vermessen. So haben wir immer etwas zu tun, oder wir schreiben Blog und die Daten der Kinder direkt in den Computer.

Heute vor 2 Wochen bin ich am Neujahrstag zu meiner 2. Reise gestartet, in 2 Wochen werden wir,so Gott will, wieder zu Hause sein. Ja wir haben bisher viel geschafft, allerdings steht die schwierigste Aufgabe noch vor uns. Wir müssen die Behörden von unserem Konzept überzeugen, so dass die Trägerschaft nicht bei uns bleibt. Hier erwarte ich harte Verhandlungen. Der Freund von César hat schon angedeutet, dass der Staat für die Übernahme der Trägerschaft, auch das Gebäude übernehmen möchte. Das geht aber bei Projekten mit Förderung des Entwicklungsministeriums nicht.

Ebenso habe ich, bis auf Carine, die Frau und Kinder von César bisher noch nicht gesehen. Natürlich fehlt mir am meisten meine Freundin aus 2015,Wendy. Jedoch freue ich mich zu sehen was unser (Martinas und mein) Patenkind "Tony Benitto" macht. Diese Patenschaft ist eine rein private zwischen unseren Familien aufgrund der Freundschaft die inzwischen entstanden ist. Und nicht zu vergessen, Angeline und Arthur, die ich schon vor 2 Jahren nur ganz kurz trefffen konnte. Aber so ist das Leben hier in Burkina Faso ??, wer einen richtigen Beruf hat muss unheimlich flexibel und mobil sein. Angeline lebt seit Anfang des Jahres mit den 3 Kindern im ca. 100 km entfernten Gayeri. Schade aber nicht zu ändern.

Am späten Nachmittag sind wir noch zu "unseren Mädchen" im Mädchenwohnheim "Torima" gefahren. Nach einem Rundgang könnten wir den Mädchen vom Programm Zero erzählen, und warum das gerade für sie so wichtig ist. Das Wohheim und vor allem die Mädchen sind uns sehr wichtig, weil wir hier Kindern aus ganz armen Familien eine Chance auf Bildung geben.   Nach anfänglicher Zurückhaltung, konnten wir uns in Deutsch, Englisch oder wenn ‪es anders nicht ging, auch in Französisch unterhalten. Besonders gut kam Lorenzo's Vorstellung in Gourmanche an. Die Mädchen stellten sehr viele und sehr gute Fragen zum Leben in Deutschland ??. Es wurde z.B. gefragt ob die Eltern die Kinder im Umgang mit Verhütungsmittel unterstützen. Wir haben als Anreiz, gut zu lernen weitere Unterstützung durch Stipendien in Aussicht gestellte. Das wurde mit Freude aufgenommen. Am Ende trugen einige Mädchen noch 2 bescheidene Wünsche vor. Der erste ist ein Radio um besser informiert zu sein, der 2. ist wieder Licht im großen Raum, der zum essen aber auch zum lernen genutzt wird. Das Radio hat hier in Piéla eine Bedeutung wie in Deutschland vor dem Fernsehzeitalter. Daher sind die Wünsche etwas, dass ich hier im Rahmen der Kleinprojekte umsetzen möchte.

Eigentlich hatte ich gedacht heute nur kurz zu schreiben, aber ich möchte euch an all den Terminen teilhaben lassen, daher ist es doch wieder mehr geworden. Es war ein schöner Sonntag.

Bis demnächst euer Uli

Heute keine Bilder,wir hatten fast den ganzen Tag keinen Strom

Schulen und Gedenkmesse

13Jan2017

Gestern haben wir den weiteren  Parterschulen Besuche abgestattet. Im Kindergarten, den die Partnerschaft 2001 gebaut hat,war die Freude der Kinder und Erzieher groß. Neben Puppen und ein paar Spielsachen, konnten wir auch einen Scheck über 880.000 CFA überreichenden. Das  haben die Kindergartenkinder in Iversheim mit ihrer alljährlichen Nikolaussammlung gespendet. Natürlich dürfen die Luftballons ? nicht  fehlen. Danach wurde es Zeit für die nächste Schule, denn  um 12:00 Uhr ist Mittagspause. Also zur Schule Piéla C, Partnerschlue der Grundschule in Arloff. Aus dieser Schule gab es viele Wünsche,die wir aber nicht alle erfüllen können und wollen. Wir werden  mit der Spende aus Arloff, aufgestockt von der Partnerschaft, eine kleine Solaranlage für Licht finanzieren. Danach noch ein kurzer Abstecher zu Cesar's Arbeitsstelle, der Schulinspektion Eins. César wird, genau wie ich auch,  von seinem Chef  bei seiner ehrenamtlichen Arbeit sehr gut unterstützt. Das ist für uns beide sehr wichtig. Am Nachmittag, nach der Pause, habe wir zum Abschluss noch die Schule Piéla A besucht. Hier ist kurz vor Weihnachten die Küche ausgebrannt. Leider ist die Partnerschaft zur Realschule Münstereifel vor Jahren eingeschlafen, und trotz aller Bemühungen von unserer Seite nicht mehr aktiv ?. Wir werden versuchen auch in diesem Fall zu helfen, damit die Kinder demnächst wieder Schulnahrung bekommen können.

Am Abend, nach dem Essen, erreichte uns eine Einladung zu einem Workshop. Dieser Workshop wurde von der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) initiiert und soll die zivile Gesellschaft stärken. Mit der zivilen Gesellschaft sind die Organisation auf lokaler Ebene gemeint. Der Workshop soll am kommenden Montag und Dienstag in Fada stattfinden. Das bringt uns, aber vor allen César in einen großen Konflikt. Er muss sich zwischen dem durchaus wichtigen Workshop und unseren ebenfalls wichtigen Termine entscheiden. Leider lasen sich die unsere Termine nicht alle verschieben. Hier zeigt sich wieder das große Problem,dass César bei vielen Aufgaben auf sich allein gestellt ist. Wir entscheiden uns für unsere Termine, obwohl ich auch eine andere Entscheidung mitgetragen hätte. Beides ist so wichtig.

Heute mussten wir dann schon wieder früh raus. In Bilanga began um 8:00 Uhr,  ein Gedenkgottesdienst für die Frau eines Katecheten, die im letzten Jahr verstorben ist. Sie war auch Mutter eines Patenkinds. Auch bei diesen traurigen Anlässen sind die Messen stark von Musik und Tanz geprägt. Auch wenn die Messe überwiegend in Gourmanche gehalten wurde, konnte man die Traurigkeit und das Mitgefühl in den vielen Ansprachen heraushören. Nach der Messe blieb die Gemeinde noch sehr lange vor der Kirche versammelt, so das wir die Chance nutzten und viele Patenkinder befragen und fotografieren konnten. Für die Katecheten, die Priester und auch für uns gab es vor der Kirche noch Essen und trinken. Wieder wurde die Cuo Fi mehrfach in der Messe erwähnt. Das zeigt unsere Stellung. Das ist auch in Césars Feingefühl begründet. Er bat mich für das Patenkind etwas Geld zu geben, da der Verlust der Mutter sehr schwer für die Familie sei. Dieses gab er an den Pfarrer, der es ohne großes Aufsehen weitergab. Dafür wurde uns von mind. 20 Menschen gedankt, ich denke ,dass nicht alle wussten wofür sie DANKE sagten.Aber auch das ist Solidarität.

 Ich wünsche euch ein schönes WE

Gruß

Uli

 

Unser nächstes Opfer ???

Ausbildungszentrum Boulsa

12Jan2017

 

Mit der ersten Etappe „Paris Dakar“ haben wir heute Morgen nach 1:45 Stunden das nur 50 Km entfernte Boulsa erreicht. Hier besuchen wir ein Ausbildungszentrum, dass von einem guten Freund geleitet wird. Diesen Freund haben wir vor 2 Jahren, und auch in diesem Jahr schon öfter getroffen.

Im Ausbildungszentrum werden 3 Berufe gelehrt:

Maurer

Schlosser

Elektriker

Beim Elektriker wir in die Zweige Haus und Industrieelektrik unterschieden.

An der Schule werden ca. 200 Kinder von 25 Ausbildern ausgebildet.

Die Ausbildung dauert 4 Jahre und schließt sich an die Grundschule 6. Klasse an. Im 1. Jahr wird nur schulisch ausgebildet. Das ist ganz normaler Schulunterricht ergänzt um techn. Zeichnen.

In den weiteren Jahren wird neben der allgemeinen Schulbildung, in Praxis Blöcken der Beruf erlernt. Am Ende steht eine Prüfung und ein Zertifikat. Dieses ist landesweit anerkannt.

Die Schule wird vom Staat betrieben und weitestgehend bezahlt, ebenso wird der Ausbildungsinhalt vom Staat vorgegeben. Nach der Ausbildung können die Kinder entweder studieren oder Arbeiten. Manche machen sich selbstständig oder tun sich mit anderen zusammen. Es gibt aber keine besondere Startförderung nach der Ausbildung, außer ggf. eine Empfehlung vom Direktor, der natürlich, wie in Afrika üblich, sehr gut vernetzt ist. Mit und ohne Facebook :-).

Der Besuch hat uns ganz gut gezeigt, dass vieles anders ist als wir uns das so zu Hause vorstellen (z.B Ausbildung nach der Grundschule). Sehr wichtig war für uns, dass der Staat durchaus Ausbildungszentren unterstützt. Für uns ist das ein Model, welches uns sehr zusagt, da nach dem Aufbau das ganze in staatliche Leitung gehen würde. Aber auch der Aufbau mit all den Gebäuden und vor allen Dingen der Erstausstattung der Lehrwerkstätten, wird eine große Aufgabe für die nächsten Jahre werden.

Wir werden uns im Laufe des Besuch jedoch auch noch andere Zentren anschauen, um unser Bild über das Bildungssystem immer klarer werden zu lassen. Außerdem hängt natürlich sehr viel davon ab, wie das Ministerium unseren Wunsch sieht und bewertet.

Am frühen Abend gehen wir noch zum Deutschclub im Lycée Piéla. Natürlich mit dem Auto.Dieser Deutschclub hat sich im Dezember 2016 gegründet, mit dem Ziel, die deutsche Sprache auch außerhalb der Schule zu sprechen bzw. zu verbessern.Es sind ca. 100 Schüler mit ihrem Deutschlehrer Herrn Sawadogou anwesend, und es werden Deutsche Lieder gesungen und Fragen zu Deutschland beantwortet. Wenn der Cub so weitermacht, gibt es demnächst mehr Menschen in Piéla geben, die Deutsch sprechen.

 

Das war es für heute.

Passt auf euch auf, und schneit nicht ein.

 

Uli & Lorezo

 

Ein Bitte habe ich noch.

Bitte gebt uns doch mal Feedback, was euch noch interessiert oder über was wir berichten sollen. Es ist wirklich nicht schwer.

Schlosserausbildung

Elektrikerausbildung

Maurerausbildung

 

Schule Sekouantou

11Jan2017

 Heute stand der Besuch der Patenkinder in Bilanga und in der Schule Sekouanto auf dem Plan.

Mit etwas Verspätung ging es um12:00 Uhr los. Zuerst den Katecheten in Bilanga begrüßen anschließend die Kinder befragen, vermessen und fotografieren. Alle Kinder sehen sehr gut aus.Das freut uns besonders. Im Anschluss fahren wir nach Sekouanto.

Habe ich beim letzten Besuch gedacht, dass die Straße dorthin schlecht sei, so muss ich mich berichtigen. Jetzt ist sie schlecht, und wir reden über eine „Route National“, vergleichbar mit einer Autobahn in Deutschland. Leider nur mit dem Status :-(. Die mit Schlaglöchern übersäte Straße, hat Schlaglöchern so groß, dass man einen Elefanten reinlegen könnte.Letztendlich sind wir dann gut durchgerüttelt angekommen.

In und an der Schule erwarteten uns schon die Kinder, die Lehrer und viele Eltern. Nach dem Rundgang durch die ersten 3 Klassen,konnten wir auch die 4. Klasse und die Bibliothek besichtigen. Bei den ersten Arbeiten zum 4. Klassenzimmer, vor 2 Jahren war ich dabei. Daher hat man einen größeren Bezug zu solchen Projekten. Beide Gebäude sind gut gebaut und die Bibliothek ist schon mit den ersten Büchern bestückt. Im Anschluss an den Rundgang haben wir uns in einem überfüllten Klassenzimmer mit den Eltern ausgetauscht. 

Durch die Unterstützung der Marienschule Euskirchen in den letzten Jahren, konnte die kleine Schule in Sekouantou sich sehr gut entwickeln. In diesem Jahr haben wir z.B. neue Schulbänke bereitgestellt und Schulnahrung gekauft. Dies ist durch die größere Zahl an Schülern notwendig, da die Erträge des Feldes an der Schule nicht mehr für alle reichen.

Im Namen aller Eltern und der Lehrer, unter Leitung von Eduard Ahouenasse, übermittele ich auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön an die Piéla AG unter Leitung von Frau Lied.

 Auf der Heimfahrt haben wir kurz an dem Brunnen angehalten, den ich vor 2 Jahren mit gebohrt habe. Erneut eine besondere Story. Da der Brunnen sehr ergiebig ist, hatte ich Cesar schon früher vorgeschlagen, dass wir dort einen größeren Garen anlegen sollten, um das Wasser zu nutzen.

Jetzt war ich schon überrascht, dass dort schon selbstständig und ohne unsere Unterstützung mehrere kleine Gärten angelegt wurden. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe!

Da wir im Laufe der letzten Tage wieder einige Hähnchen geschenkt bekommen haben, und ich gestern versprochen habe, dass der Bock nicht in den Topf kommt (passt auch nicht), gibt heute mal wieder Hähnchen. Lorenzo und Cesar sind zur Zeit dabei wieder ein leckeres Essen zu zaubern.

Morgen fahren wir uns ein Ausbildungszentrum anschauen. Die Straßen dorthin waren schon vor Jahren eine Katastrophe, mal gespannt was uns morgen erwartet.

 Bis Bald

Uli  

 Patenkinder in BilangaPatenkinder Bilanga

Patenkinder Bilanga 2Patenkinder Bilanga

Bibliothek Sekouantou  Bibliothek Sekouantou mit Eduard

GartenGarten am Brunnen von 2015

Garten Brunnen 2015 Garten Brunnen 2015

Bilder 9.und 10. Januar

11Jan2017

 

Bürgermeister von Piéla                                                     Brunnen in Bobong und Geschenk :-)

 

Bürgermeister Piéla Herr Nadinga Brunnen in Babongou Babongou Geschenk

Viele gute Gespräche 

10Jan2017

Gestern und heute haben wir die lokalen Autoritäten hier in Piéla und Bogandé besucht. Zuerst waren wir beim Prefect von Piéla, danach beim Bürgermeister und haben uns vorgestellt und um Unterstützung bei unserem Programm "Entwicklung durch Bildung" gebeten. Besonders der Bürgermeister war sehr angetan von unseren Ideen und hat uns seine volle Unterstützung zugesichert. Das bedeutet, dass er das Ministerium für Bildung umgehend über unsere Pläne unterrichten wird, und sich um einen gemeinsamen Termin im Ministerium bemüht. Genau diese Unterstützung brauchen wir. Der neue Bürgermeister ist mit 48 Jahren und einer sehr guten Ausbildung jetzt genau der richtige Mann für Piéla. In den 2 Jahren seit meinem letzten Besuch hat sich schon viel verändert. Dafür verantwortlich sind zum einen, die "Delegation Special", zum anderen der neue Bürgermeister. Die "Delegation Special" war eine Übergangsverwaltung, solange es keinen gewählten Bürgermeister und Stadtrat gab. Dieser gehörte auch César an. Es wurden weitere Schulen gebaut, Übergangsräume für Unterricht bereitgestellt, Brücken und Markthäuser errichtet. Trotzdem gibt es noch viel zu tun. 

Für die angestrebte Städtepartnerschaft zwischen Piéla und Bad Münstereifel habe ich den Bürgermeister gebeten, mögliche Handlungsfelder zu benennen, die ich dann mit nach Münstereifel nehmen kann. Über die Möglichkeit dieser Partnerschaft war er sehr erfreut und dankt jetzt schon für dieses besondere Angebot für die Gemeinde Piéla. 

Außerdem besuchten wir noch die Partnerschulen der Hauptschule Bad Münstereifel und des St. Michael Gymnasiums. In der Schule Piéla E könnten wir einen symbolischen Scheck überreichen. Das Geld kommt aus dem Waffelverkauf der Klasse 6 von Frau Martens. Ein herzliches Dankeschön aus Piéla an die Schüler in Bad Münstereifel.
Im Gymnasium Piéla waren wir heute noch einmal um mit den Vertretern der Eltern, den Lehrern und der Schulleitung über die Umsetzung des Gartenprojekts, dem Deutschclub und einem Programm gegen ungewollte Schwangerschaften bei Schülerinnen zu sprechen. 

Mit dem Thema ungewollte Schwangerschaften haben wir den heutigen Tag schon sehr früh begonnen. Wir waren schon um 8:30 Uhr beim Direktor für das Gesundheitswesen in der Provinz GnaGna, zu der Piéla gehört, in Bogande. Mit ihm bzw. einem seiner Mitarbeiter haben wir für nächste Woche 2 Termine in Gymnasien gemacht. Die Verhinderung von ungewollten Schwangerschaften gehört auch zum Programm "Entwicklung durch Bildung", da durch diese Schwangerschaften die Mädchen fast keine Chance haben, einen Beruf zu erlernen.

Auch beim Haute Commisere liefen wir mit unseren Plänen, offene Türen ein. Er lobte die Arbeit der Cuo Fi und bat mich diesen Dank mit nach Deutschland zu nehmen, ihm sei klar, dass ohne unsere Unterstützung das ganze nicht möglich sei.

Zwischen all der offiziellen Terminen, haben wir noch einen im letzten Jahr errichteten Brunnen aufgesucht. Hier habe ich eine bisher nicht erlebte Dankbarkeit erlebt, und das nicht nur weil ich hier einen Ziegenbock geschenkt bekommen habe. Ich glaube ich habe jedem dort mindestens 20 mal die Hände geschüttelt und ein Danke gehört. Das sind die Momente, in denen man weiß für wen man die Arbeit macht!
Ich gebe den Dank der Menschen sehr gern auf diesem Weg an alle in Deutschland weiter.

Merci Beaucoup

Mit besten Grüßen aus Piéla 

Uli & Lorenzo

Sonntagsmesse

08Jan2017

Heute morgen waren wir in der Sonntagsmesse, dies ist so ziemlich das einzige Ereignis das pünktlich beginnt. Schlag 8 Uhr ging es in der brechend vollen Kirche los. In einer mit viel Musik und Gesang gefeierten Messe wurde ich  am Ende begrüßt, und durfte  auch noch zur Gemeinde sprechen. 

Ansonsten ist der Sonntag arbeitsfrei  und von vielen Besuchern bei uns geprägt.

An dieser Stelle, vielen Dank für die vielen Grüße und guten Wünsche.

Uns geht es gut ? 

Liebe Grüße aus Piéla

Uli ,Cesar & Lorenzo

​​

Ich schmelze weg!

07Jan2017

Und wir fahren bei 38 Grad Brunnen anschauen??☃️☃️

Bilder

06Jan2017

Beim Hirsestampfen

Tage der offenen Tür

06Jan2017

Hallo zusammen,

Ich versuche euch in kurzen Abständen auf dem laufenden zu halten, was nicht immer einfach ist. Selbst wenn Cesar arbeiten fährt, geht es hier zu wie in einem Taubenschlag.
Gestern hatten wir uns vorgenommen eine Grobplanung für den Besuch vorzunehmen, um diese in der heutigen Sitzung mit dem Vorstand der CUO FI zu besprechen. Aber diese Grobplanung haben wir bisher noch nicht machen können. Wie der Titel dieses Beitrags sagt geht es bei uns ein und aus. Am Nachmittag wollte César eigentlich arbeiten, jedoch kam der Parlament Abgeordnete und ehemalige Präsident der Cuo Fi,Aimé mit 2 Begleitern zur Begrüßung. Und wenn einer kommt kommen anscheinend immer mehr. Zeitweise hatten wir 10 Besucher im Wohnzimmer sitzen. Somit war der Nachmittag schon wieder mit vielen sehr netten Besuchen geprägt. Beim Abschied hat Aimé uns für den Abend zu einen Neujahrsempfang eingeladen, also schnell aufräumen, kochen ( macht Lorenzo hervorragend), essen abwaschen, waschen und weiter. Heute morgen ging es genau so weiter. Wieder kommen viele Menschen und auch Kinder um Hallo zu sagen. Das ist sehr schön auch wenn Mann nicht immer das schafft was man sich vorgenommen hat. Aber das ist Afrika. Wenn ich das nicht gewollt hätte, wäre ich besser zu Hause geblieben.
Gerade eben haben wir dem Dorfältesten unseren Antrittsbesuch gemacht. Er ist die größte Respektsperson im Dorf, wenn auch ohne offizielle Funktion.

Um jetzt den Beitrag zu schreiben, und um mich etwas auf die Sitzung mit dem Vorstand vorzubereiten.habe ich die sonst offene Tür geschlossen.

Bis bald
A bientôt!

Euer Uli

Ps: bitte nutzt die Kommentarfunktion

(null)

Telefonnummer

05Jan2017

Wer mal anrufen möchte, hier meine Nummer in Burkina Faso ??
+226 67 29 54 79

Ich freue mich

Uli

Piela 5.1.2017

05Jan2017

 

 Gestern, am frühen Abend, sind wir dann in Piéla angekommen.Am Morgen haben wir uns noch mit Tani, der 2. Studentin getroffen. Sie hat schon 7 Jahre im Mädchenwohnheim "Torima" gelebt und durch Ihre guten Noten hat Cesar sie für ein Stipendium vorgeschlagen.

Leider haben wir es nicht mehr geschafft, das von der Botschaft empfohlene Ausbildungszentrum zu besuchen. Das ist auch meine Schuld, da wir für meine neue Handykarte  noch einmal in die Stadtmitte von Ouga mussten. Und das war am ersten Arbeitstag des Jahres nicht ganz einfach. Hier war der 2. Januar frei, weil Neujahr auf einen Sonntag fiel, und der 3. Januar ist ein regulärer Feiertag, zum Gedenken an eine der vielen Revolutionen. So sind wir kurz nach 12 in Richtung Piela gefahren. In Bilanga wurden wurden wir von einer Gruppe von Cesars Freunden erwartet und es gab ein fröhliches Willkommen auf oder an der Straße. Bei Aussteigen rief schon jemand „Hallo Monsieur Uli“ :-). Das war ein Onkel von Cesar mit 2 seiner Kinder, die auf der Heimfahrt mit dem Motorrad waren. Ich war schon etwas überrascht dort meinen Namen zu hören.

Von der Gruppe wurden wir direkt eingeladen, was wir aber dankend ablehnen musste, da unsere Ankunft in Piéla sonst zu spät gewesen wäre. So begleitete uns die Gruppe kurzerhand und lud uns in Piéla ein. Nach dem Auspacken und dm Essen, haben wir uns dann mit den Männern aus Bilanga in einem Bistro getroffen.

Heute werden wir mal grob unsere Aufgaben sortieren und einen ersten Pan machen, soweit das möglich ist :-)

Anbei ein paar Fotos:

Bis demnächst

Euer Uli

 

Die 2 Burkindi  Tani Matthias

 

Ouagadougou

03Jan2017

Ich bin gestern mit leichter Verspätung ab gut versorgt in Ouagadougou angekommen. Zur Begrüßung sind Cesar, Lorenzo, Matthias, Eduardo und Jean Didier gekommen. In der Herberge haben wir nur die Moskitonetze aufgehängt und dann direkt zum Essen "gegangen" natürlich mit dem Auto?. Die schon länger meine Berichte lesen kennen den Gag schon. Danach ging es schon um 10 ins Bett, wir waren alle müde.
Heute ging es dann schon um 8:00 zur Botschaft und danach haben wir die Familie von Bruno besucht. Bruno wird von uns beim BWL Studium gefördert. Am Nachmittag waren wir nach dem obligatorischen Großeinkauf,bei AMPO einem Projekt von Katrin Rhode die schon viele Jahre hier lebt und sagenhaftes auf die Beine gestellt hat. Dort haben wir weitere Kontakte zu anderen Ausbildungszentren bekommen, das erste werden wir morgen auf dem Weg nach Piela besuchen. Ich bin leider auch schon etwas traurig da Angeline, Cesar's Frau leider mit den Kindern in Gayeri ist, weil die dort seit dieser Woche arbeitet. Ich hatte mich sehr auf das Wiedersehen mit "Madame" Wendy gefreut.

Herzliche Grüße
Euer
Uli und Lorenzo

Anreise Teil 1

01Jan2017

Hallo,
Jetzt bin auch ich unterwegs nach Piela. Ich habe mich entschlossen schon heute nach Brüssel zu fahren und hier zu übernachten. So ist der morgige Tag etwas entspannter. Martina hat sich gerade wieder auf den Weg nach Hause gemacht. Gleich wird sich die Freude auf das Wiedersehen mit den Freunden aus Piela und Lorenzo wieder einstellen.
Ich erwarte 4 sehr arbeitsreiche Wochen, um unsere gemeinsame Pläne, voranzubringen.

Herzliche Grüsse aus Brüssel
Euer
Uli

Reisebericht Teil 4 - Weihnachten

27Dez2016

Reisebericht 4. Teil

 

26.12.2016

 

Teil 4:

 

Fröhliche Weihnachten aus Piéla! Es ist der 2. Weihnachtstag und da heute Sonntag ist, arbeiten auch heute die meisten Menschen nicht. Gestern waren über den ganzen Tag verteilt viele Gäste da. Hier ist Weihnachten vor allem ein Fest des Besuchs und gemeinsamen Beisammenseins. Die Leute sind alle sehr fröhlich und freuen sich total, wenn man auch fröhliche Weihnachten auf Gurmantché wünschen kann. Natürlich wohnen auch einige Muslime in Piéla, aber obwohl diese ja kein Weihnachtsfest feiern, besuchen sie sich doch ebenfalls viel an Weihnachten. Der 1. Weihnachtstag begann mit dem Besuch der Messe. Es sind insgesamt über 400 Leute gekommen, viele aus weit entfernten Dörfern. Die Zeremonie wurde von viel Gesang und ein paar Tänzen begleitet. Außerdem sind in der Messfeier 30 Kinder getauft worden!

 

Nach der Messfeier habe ich geholfen das Essen für die Gäste vorzubereiten. Ich habe mich sehr amüsiert, als Cesars große Tochter Karin sich wunderte, dass ich als junger Mann beim Gemüseschneiden helfe. Sie erzählte mir, dass es auf den Dörfern nicht üblich ist, dass die Männer beim Kochen helfen. Wir haben für die Gäste und uns insgesamt 21 Hühner ausgenommen und gebraten, dazu wurde salziges Popcorn, Krabbenchips und kleine Teigbällchen gereicht. Für die Familie gab es dazu noch Hühnersuppe mit Couscous und Salat. In den Städten gibt es die Tradition, zu Weihnachten Geschenke an die Kinder zu geben. In den Dörfern ist es jedoch nicht üblich. Am Weihnachtsmorgen habe auch ich ein paar kleine Geschenke an Cesar und seine Familie verteilt. Das war natürlich sowohl für die Familie, als auch für mich eine große Freude. Den heutigen Tag haben wir hauptsächlich mit dem Reparieren des Toilettenabzugs verbracht. Zumindest haben wir es versucht, sehr weit sind wir leider nicht gekommen. Damit haben wir die Woche gemütlich ausklingen lassen.

Zu Beginn der Woche haben wir abermals mehrere Brunnen besucht und dabei die vom Bau übrig gebliebenen Zementsäcke in unser kleines Lagerhaus gefahren. Am 22. Dezember war der letzte Schul- und Kindergartentag, daher habe ich Jemael (den kleinen Sohn von Cesar) zum Abschlusstag in den Kindergarten begleitet. Auf dem Bild kann man sehen, dass für diesen Tag die Kinder sehr schön gekleidet waren. Im Anschluss habe ich noch einmal mit Matthias und seinem Motorrad Patenkinder besucht. Die Kinder freuen sich immer sehr, wenn ich ein Seifenblasenspiel mitbringe. Auch wenn wir nur kurz die Familie besuchen und ich gemeinsam mit dem Patenkind die Fragen auf meinem Notizblatt ausfülle (Name, Wohnort, Name und Wohnort Eltern, Geburtsdatum, Schule und Klasse, Größe, Geschwister, weitere Familienmitglieder, evt. Berufswunsch) schenken uns die Familienväter immer wieder Hühner oder Erdnüsse. Der folgende Tag war ganz für die Hochzeit von Angelines Bruder Fidel reserviert. Schon früh am Morgen habe ich mich zusammen mit Angeline und Tony auf dem Moped in das etwa 50 km entfernte Bilanga-Yanga aufgemacht. Cesar war an diesem Tag in Fada und konnte daher leider nicht dabei sein. Es war schon eine sehr abenteuerliche Reise über die Piste bis in das Dorf der Braut. Die Familie von Fatimata ist muslimisch, daher wurde die Zeremonie ganz in der muslimischen Tradition abgehalten. Nach der Beendigung der Zeremonie gab es ein kurzes gemeinsames Essen und dann ging es schon gleich wieder zurück nach Piéla zur Standesamtlichen Trauung. Zu unserem Glück wurden Angeline und ich auf der Rückfahrt im Auto weiterer Gäste mitgenommen. Wieder in Piéla konnte ich hautnah miterleben, wie aufwendig der Braut für die Hochzeit die Haare drapiert wurden. Dann ging es schon ins Rathaus zur Trauung. Als das Brautpaar den kleinen Rathaussaal betrat war es ganz still. Doch als der Bürgermeister mit dem Vorlesen des Ehevertrages begann, wurde die Stimmung ausgelassen und alle warteten in gespannter Erwartung. Es war sehr lustig, als auf einmal alle Frauen bei der Frage „Ist Lankoandé Fidel anwesend?“ in der hier üblichen afrikanischer Art anfingen zu schreien und zu kreischen. In dieser heiteren Atmosphäre ging es dann weiter zum Unterschreiben des Ehevertrages und schließlich zum Ringaufstecken. Den Schluss bildete der Kuss des Brautpaares, der natürlich von allen Seiten mit Applaus und Kreischern aufgenommen wurde. Für mich war es wirklich ein tolles Erlebnis, so nah eine Hochzeit hier miterleben zu können. Vom Bräutigam Fidel wurde ich mit meiner Kamera gleich als 2. Fotograf engagiert, weswegen ich das Brautpaar ganz nah begleiten konnte. Nach einem Foto mit dem Bürgermeister und weiteren Fotos mit der Familie haben wir uns zum gemeinsamen Hochzeitsessen in ein vorbereitetes Festzelt aufgemacht. Ich durfte mit am Familientisch essen, dahinter auf den Stühlen aßen die anderen Hochzeitsgäste. Was für mich neu war, dass der gesamte Ablauf nicht vom Brautpaar oder der Familie, sondern von jemand anderem geleitet wurde. So kümmerte er sich um die Verteilung der Esstafeln durch eine Reihe von Helfern. Noch während das Brautpaar am Essen war, ließ er sie plötzlich aufstehen, um den Hochzeitskuchen anzuschneiden oder ein traditionelles Foto machen. Das Essen dauerte nicht lange und noch ehe ich ganz zuende gegessen hatte, waren fast alle Gäste schon gegangen. Später am Abend sind Cesar und ich dann noch einmal Fidel und Fatimata besuchen gefahren.

 

Leider kann ich dieses Mal keine Bilder hochladen, da wir keine Internetverbindung mit unserm kleinen Laptop mehr herstellen können. Ich hoffe, dass Uli uns bei seiner Ankunft helfen kann, das Problem zu lösen. Wir freuen uns schon sehr auf seine Ankunft am 2. Januar und wünschen ihm einen guten Flug!

 

Viele Grüße!

 

Lorenzo

Reisebericht Teil 3

18Dez2016

 

Reisebericht

 

17.12.2016

Teil 3:

 

Hallo! Endlich melde ich mich wieder mit Neuigkeiten aus Piéla! Leider war ich die ganze Woche krank, wieso sich mein nächster Blogeintrag etwas verschoben hat.

Den Rest der Woche, in dem mein letzter Blogeintrag endete, habe ich mit Cesar einen Trinkwasserbrunnen, das Mädchenwohnheim Torima und das Lycée de Piéla besucht. Im Lycée de Piéla habe wir uns gemeinsam mit dem Schulleiter, 4 Lehrern und dem 10 köpfigen Schülerkomitee getroffen und nach einer gegenseitigen Vorstellung kurz die Arbeit der Cuo Fi angesprochen. Das Lycée de Piéla ist die Partnerschule vom St. Michael-Gymnasium Bad Münstereifel. Eine gute Hilfe für das Lycée ist der jährlich am Michael-Gymnasium stattfindende Piéla-Lauf, an den ich mich auch noch aus meiner Schulzeit erinnere. Noch kurz vor meiner Reise nach Burkina Faso habe ich zufällig meinen alten Sport- und Biolehrer Herrn Weiler getroffen, der mir erzählte, dass beim diesjährigen Piéla-Lauf wieder über 1000 Euro zusammen gekommen sind.

Die folgende zweite Dezemberwoche habe ich die ganze Woche im Lycée verbracht und den Deutschunterricht von Herrn Sawadogo begleitet. Herr Sawadogo ist mit 29 Jahren einer der jüngsten Lehrer im Lycée. Nach seinem Abitur hat er 3 Jahre Germanistik in der Hauptstadt studiert und anschließend eine 1-jährige Referendarzeit absolviert. Er ist am Lycée der einzige Deutschlehrer und unterrichtet 29 Stunden in der Woche. Am Lycée de Piéla kann man Deutsch ab der Oberstufe in den drei Jahren bis zum Abitur belegen. Nur in Privatschulen gibt es die Möglichkeit, Deutsch schon ab der 9. Klasse zu lernen. In Piéla gibt es übrigens sechs private und zwei staatliche Lycées.
Den Deutschunterricht zu begleiten hat mir viel Spaß gemacht. Herr Sawadogo ist ein total motivierter Lehrer und mir gefällt sein Unterrichtsstil sehr gut. Allerdings ist es bei 60 Schülern in einer Klasse einfach nicht möglich, sich dem Lernfortschritt der einzelnen Schüler anzupassen. Daher können einige Schüler gut dem Stoff folgen, während Andere teilweise starke Verständnisschwierigkeiten haben.

Am Lycée ist ein Jahr in 3 Blöcke geteilt. In jedem der Blöcke schreiben die Schüler in jedem Fach 2 Klausuren. Die Gesamtnote am Ende eines Blockes setzt sich hauptsächlich aus den Klausurnoten zusammen. Wer sich im Unterricht gut beteiligt, kann zusätzlich Pluspunkte gewinnen.

In drei Unterrichtsstunden durfte ich einmal den Unterricht in zwei Klassen geben. Zweimal in der Abiturklasse und einmal in der Klasse, die gerade erst mit Deutsch begonnen hat. Ich habe die Schüler Deutschtexte aus dem Deutschbuch lesen und übersetzen lassen. Anschließend haben die Schüler Fragen zu dem Text beantwortet und an die Tafel geschrieben. Meist musste ich die Sätze noch einmal korrigieren. Aber es war wirklich schön. Die Schüler haben sich sehr gefreut, als ich selber die Texte vorgelesen habe und als wir zusammen 'Alles Gute zum Geburtstag' gesungen haben. Ich habe festgestellt, dass die Schüler hier sehr gerne gemeinsam singen.

Ich denke, dass ich vielleicht noch einmal eine Woche das Lycée besuchen werde, um auch den Englisch und Mathematikunterricht zu begleiten. Während der Woche habe ich auch schon den ebenfalls sehr netten jungen Englischlehrer, Herrn Kouda kennengelernt. Er hat Cesar und mich am Samstag auf einen Ausflug in das über 3 Autofahrstunden entfernte Zegedega begleitet, um ein alle 3 Jahre stattfindendes Fest mehrerer Dörfer anzuschauen. Und es hat sich wirklich gelohnt! Ich habe mir zwar wohl durch die Klimaanlage des Autos eine Erkältung eingefangen, die mich noch die ganze nächste Woche begleitet hat. Aber das Schauspiel hätte ich nicht missen wollen.

Das Fest war der Höhepunktes einer 3-tägigen Feier, die zu Ehren des Dorfoberhauptes direkt vor seinen Hütten stattfand. Neben der Hauswand des Dorfoberhauptes steht ein halbrunder Steinhügel, der schon seit mehreren Generationen markiert, dass hier ein Oberhaupt von mehreren Dörfern wohnt. Das an diesem Tag von Mittag bis in die Nacht andauernde Fest bestand aus dem Auftreten der 'Männer mit den Masken'. Die Maskenmänner sind eine geschlossene Gruppe von Männern, die aus mehreren Dörfern zusammenkommen und bei großen Veranstaltungen wie diesem oder bei Beerdigungen auftreten. Niemand weiß, wer sich unter den Masken und den Kostümen befindet, die vollständig aus den Ästen eines bestimmten Baumes gefertigt sind. Es ist Tradition, dass die Maskenmänner immer wieder durch die Menschenmenge laufen und mit Stöcken die Leute hauen, die nicht zu ihnen gehören. Die meisten Kinder haben Angst vor den Maskenmännern und wenn sich einer nähert, laufen alle schnell weg. Auch der Englischlehrer, der aus diesem Dorf stammt, erzählte mir, dass er als Kind große Angst vor den Maskenmännern hatte. Für die Erwachsenen ist das ein großer Spaß, aber auch sie haben Respekt vor den Maskenmännern. Ich merke, dass Tradition hier eine große Rolle spielt.
Als ich mit dem Englischlehrer zwei seiner Onkel besuche, treffen wir auf eine Gruppe von 4 Maskenmännern und einem Führer. Sie erlauben mir Fotos von ihnen zu machen und ich darf sogar ein Bild mit ihnen machen. Allerdings muss ich dafür auch einen kleinen Schlag bekommen. Das Foto könnt ihr unten sehen. Bis zum Nachmittag kommen immer wieder ein paar Maskenmänner, die sich zu den anderen vor die Hütten des Dorfoberhauptes gesellen. Davor hat die Menschenmenge einen großen Kreis gebildet, in dem bis zu acht Leute Trommeln spielen und immer wieder Maskenmänner unter den traditionellen Schreien der Frauen tanzen. Dabei lassen sich die Männer manchmal quasi aus dem Stand fallen, worauf sie auf dem Boden sitzen bleiben und irgendwann plötzlich wieder auf springen. Ich hoffe, die Fotos können einen kleinen Eindruck von dem Spektakel vermitteln. Einmal kommt mir ein Maskenmann auch sehr nahe. Doch statt einem Schlag wird mir nur die Kappe vom Kopf gestreift, die mir sofort von mehreren Händen wieder gereicht wird. Ein anerkennendes Nicken mehrerer Männer sagt mir, dass ich gut reagiert habe. An dieses besondere Fest werde ich mich noch lange erinnern.

Den nächsten Tag verbringe ich wegen einer Erkältung lieber zuhause und auch die folgenden Tage verlasse ich das Haus nicht.

Heute ging es mir aber schon wieder besser, sodass ich mit Cesar und Angeline in die Messe gehen konnte, die zum 25-jährigen Jubiläum eines Priesters abgehalten wurde. Für die Messe sind die Bänke und der Altar vor der Kirche aufgebaut worden, da nicht alle Leute in die Kirche gepasst hätten. Zur Messe ist extra der Bischof von der Provinz gekommen, weswegen auch viele Priester und entsprechend viele Menschen da waren. Auch Abbé Pièrre war da. Die Messe hat 3 Stunden gedauert und im Anschluss gab es ein gemeinsames Essen für einige geladene Gäste auf dem Gelände des Klosters.

Das war es erstmal mit den Neuigkeiten.

Viele Grüße aus Piéla!

 

Das Lehrerkollegium des Lycée de Piéla Noch ein Bild vom Lehrerkollegium mit mirEine der beiden Terminal-Deutschklassen von Herrn SawadogoPosieren für ein gemeinsames FotoDas Fest in ZegedegaBewegung in der Menschenmenge - ein MaskenmannBegrüßung zweier MaskenmännerEin kurzes Ausharren während eines TanzesRhythmische Aufforderung zum TanzenEin Moment voller BewegungDie MessfeierFrauen in traditionellen GewändernDer Auszug der PriesterVerteilung von ReisFleischtafel

 

Reisebericht die Zweite

30Nov2016

 

Reisebericht

 

30.11.2016

Teil 2:

 

Am heutigen Tag sind wieder 8 Tage seit meinem letzten Bericht vergangen – und ich kann wieder einiges Neues berichten!

Den Brunnenbesuch am letzten Dienstag mussten wir auf den Abend verschieben, da Cesar bei seiner Arbeit viel zu tun hatte. Am nächsten Tag hat mich Cesar zu der Schule Piéla A gefahren. Der Schuleiter ist sehr nett und hat mir nach einer herzlichen Begrüßung durch eine Schulklasse in seinem Büro seine tägliche Arbeit erklärt. Anschließend bin in eine der Klassen gegangen und habe mir eine Unterrichtsstunde angehört. Den Unterricht hat sich ein Lehrer mit einem Referendar geteilt. Außerdem saßen zwei weitere Referendarinnen, zeitweise mit Baby auf dem Arm, im hinteren Teil des Klassenraumes. Während des Unterrichts sind die Referendarinnen dann beim Leseunterricht durch die Reihen gegangen und haben Schülern geholfen dem Gehörten zu folgen und haben Ermahnungen ausgesprochen. Während meiner Schulbesuche habe ich leider auch ein paar Mal gesehen, wie ein Lehrer einem Schüler mit der Hand oder einem kleinen Ast ein Klaps auf den Hinterkopf gegeben hat. Allerdings ist das Schlagen der Schüler auch hier streng verboten. In der Unterrichtsstunde, die ich an dem Tag besuchte, wurden Texte auf französisch gelesen und anschließend wurde gerechnet. Am Nachmittag bin ich zusammen mit Matthias auf seinem Motorrad durch Piéla gefahren und wir haben Patenkinder besucht.

Auch am nächsten Tag bin ich zur Schule Piéla A gefahren und habe im Anschluss wieder mit Matthias und diesmal auch mit Etienne Patenkinder besucht. Cesar war für 2 Tage in das 160 km entfernte Fada gefahren, um sich dort mit Vertretern der GIZ zu treffen, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Am Freitag bin zur Schule Piéla C gefahren. Dort habe ich mir drei Unterrichtsstunden angeguckt. Die Schule beginnt um 7:15 und geht geht mit zwei größeren Pausen bis 16:00 Uhr. Wie die Schule Piéla A ist die Schule Piéla C eine École Primare, die mit einer Grundschule in Deutschland mit sechs Stufen vergleichbar ist. Schaffen die Schüler den Abschluss, können sie das College besuchen, dass sich aus vier Stufen zusammensetzt. Zum erfolgreichen Abschluss schreiben die Schüler das BPC Examen. Durch das Erreichen einer bestimmten Punktzahl können sie die noch notwendigen drei Stufen bis zum Abitur absolvieren. Damit geht die Schulzeit über insgesamt 13 Jahre, wenn man keine Stufe wiederholen muss. Nach dem Abitur müssen die jungen Leute zum studieren in eine der großen Städte fahren. Allerdings ist die Fächerauswahl der Universitäten wesentlich kleiner als bei uns. Die meisten Studenten wählen als Fächer Medizin, Lehramt, Jura oder Agrarwissenschaften. Viele junge Leute wählen auch eine Ausbildung, beispielsweise bei der Polizei.

Am Freitag Abend sind wir zu einem Schulgelände in der Nähe des Rathauses gefahren, um bei den Vorbereitungen für das morgige Fest zu helfen. Der Anlass des Festes ist die offizielle Einweihung des neuen Bürgermeisters von Piéla. Als Gäste sind auch einige hochrangige Minister von Burkina Faso eingeladen. Wie wir am nächsten Tag sehen können, ist auch das Fernsehen vertreten, das in den nationalen Nachrichten einen Bericht zu dem Fest ausstrahlt. Am Morgen sind wir also direkt nach dem Frühstück auf das Festgelände gefahren, da der Beginn auf 9 Uhr angesetzt ist. Als es zwei Stunden später dann wirklich losgeht, ist das Gelände voller Menschen, die um einen großen Platz sitzen oder stehen. In der Mitte des Platzes ist ein kleines Rednerpult aufgebaut. Ich sitze zwei Reihen hinter Cesar in dem großen Zelt, in dem auch die Minister sitzen. Das Programm besteht auf verschiedenen Reden, von denen auch Cesar eine hält. Zwischen den Reden gibt es immer wieder Auftritte von kleineren Musikgruppen. Meist bestehen die Gruppen aus 4 bis 5 Instrumentenspielern und einem Sänger oder einer Sängerin. Hier ist es Tradition, dem Sänger während des Auftritts Geldscheine zu geben oder ihn sogar regelrecht damit zu bewerfen. Gab jemand sehr viel Geld war das Ganze von Jubelrufen aus der Menge begleitet. Da die wenigsten Gruppen wieder aufhören wollten zu spielen, gingen die Spieler nicht selten erst wieder, als ihre Mikros stumm gestellt wurden. Das war schon wirklich ein Spektakel. Welche Showeinlage mir und den Zuschauern jedoch am besten gefallen hatte, war der Auftritt einer sehr traditionell gekleidete Tanzgruppe aus der nicht weit entfernten Stadt Zorgo. Den Abschluss des Festes bildete das Überreichen des Bürgermeistergürtels an den neuen Bürgermeister von Piéla. Direkt im Anschluss des Fests ging es zum gemeinsames Essen in ein entferntes Festzelt. Das Essen war für alle kostenlos, aber es gab scharfe Kontrollen am Eingang, damit keine Kinder und nicht zu viele Leute reinkamen. Das Essen war traditionell und schmeckte sehr gut. Es war aber wirklich etwas Neues, gleich ganze Badewannen mit Reis- oder Hirsegerichten gekocht zu sehen.

 

Am darauffolgenden Sonntag ging es dann überraschenderweise schon zum nächsten Fest. In der Schule von Kouri wurden an diesem Tag die besten Schüler des Jahres geehrt. Die Feier war ganz ähnlich wie das gestrige Fest, nur im Kleinformat. Es gab ebenfalls Reden, die von Musikgruppen begleitet waren. Außerdem bekamen die besten Schüler Geschenke überreicht. Leider war die Tonanlage in einem noch schlechteren Zustand als beim letzten Fest und es mussten immer wieder die Mikros gewechselt werden. Wenn ich wieder in Deutschland bin, will ich auf jeden Fall mal schauen, ob ich nicht irgendwo ein paar Mikros organisiert bekomme. Der neue Bürgermeister war auch anwesend und bei seiner Vorstellung der Gäste ließ er netterweise auch mich nicht aus. Für mich vollkommen Neu war die Begleitung des Festes von der Bürgerwehr, die in vielen Dörfern zum Schutz der Menschen vertreten ist und während des Festes mit Gewehren über den Platz patrouillierte. Auch bei dieser Feier gab es direkt im Anschluss wieder ein gemeinsames Essen. Dieses dauerte jedoch nicht lange und bald darauf verließen alle wieder den Platz. Am Ausgang standen, wie schon beim letzten Essen, eine Gruppe von Frauen und Kindern. Ich vermute, dass sie in der Hoffnung warteten, noch etwas von dem Essen zu bekommen.

Den Montag habe ich fast den ganzen Tag auf dem Feld von Matthias verbracht, um ihm bei der Erdnussernte zu helfen. Ich fand es sehr schön, einmal wirklich mit den Leuten vor Ort zu arbeiten. Matthias zeigte mir auch sein Hirsefeld, auf dem er arbeitet, seit sein Vater kurz nach seinem 15sten Geburtstag starb. Den Großteil der Arbeit an diesem Tag bestand darin, sich auf den Boden setzen und die Erdnüsse von den bereits aus der Erde geschlagenen Pflanzen zu lösen. An sich war das nicht besonders anstrengend, allerdings ist es doch etwas anderes, im 40° heißen Sonnenschein zu arbeiten. Bei der Gelegenheit bin ich auch mit einem guten Sonnenbrand wieder nach Hause gefahren. An diesem Abend wurde ich dann zum farbigen Mann erklärt.

Der gestrige Tag habe ich wieder geschrieben und den Markt von Piéla besucht. Am Abend haben wir das Mädchenwohnheim besucht, um kurz mit den Schülerinnen dort zu sprechen und zwei Kanister Öl für die Küche mitzubringen.

Heute morgen mussten wir den Besuch beim Präfekten kurzfristig verschieben, da durch ein Unglück die Küche der Schule Piéla A in der letzten Nacht bis auf die Mauern abgebrannt ist. Wir müssen die nächsten Tage schauen, was wir da jetzt machen können. Später am Vormittag besuchten wir dann den Präfekten und danach ging ich auf dem Markt um mit Matthias Hilfe eine Hose von mir zu reparieren und im Anschluss etwas einzukaufen. Am Abend fuhr ich mit Cesar zu einem Treffen mit dem Direktor des Lycée de Piéla, das sich als eine Sitzung mit mehreren Lehrern und einem Schulkomitee herausstellte. Wie nach so einem Treffen üblich, wurden wir im Anschluss in ein Bistro eingeladen und konnten uns erst nach der gemeinsam gegessenen Hühnersuppe wieder loseisen.

Für diese Woche noch geplant sind ein Besuch beim Bürgermeister und die Begleitung einer Deutschstunde im Lycée de Piéla. Darauf freue ich mich wirklich.

 

Viele herzliche Grüße nach Deutschland!

 

Schulbesuch in Piéla C  Tanzgruppe Warba de Zorgo auf dem Fest Fest des Bürgermeisters Schulfest in Kouri Eine Trommelgruppe mit zwei Tänzern auf dem Schulfest von KouriErdnussernte Ein schöner Abend mit Cesar, seiner Familie und Matthias

 

Meine Ankunft in Piéla und die Ersten Eindrücke

22Nov2016

 

Reisebericht - Teil 1

 

22.11.2016

 

Am heutigen Montag wohne ich nun schon seit über 2 Wochen bei Cesar und seiner wunderbaren Familie in Piéla. Dass ich mich erst jetzt melde tut mir sehr leid, aber wir hatten (und haben immer noch) Probleme mit der Internetverbindung. Vor nun schon genau 19 Tagen bin ich am 03.11.16 um 16:30 gut in der Landeshauptstadt Ouagadougou gelandet! Neben einer enormen Welle an Hitze waren es Cesar und die Cuo Fi Mitglieder Matthias und Etienne, die mich am Ausgang des kleinen Flughafens herzlich empfingen. Zusammen sind wir erst einmal in unsere Herberge gefahren. Auf der Fahrt konnte ich ein ersten Eindruck von dem Land und den Menschen gewinnen. Ich hatte mir zwar fest vorgenommen, schon vom kleinen Fester des Flugzeuges möglichst viel zu beobachten, aber auf der Höhe von Mali muss ich wohl eingeschlafen sein – denn als ich aufwachte waren wir schon am Boden und ich musste mich damit zufriedengeben, eine möglicherweise spektakuläre Landung verpasst zu haben. Die Autofahrt durch die Straßen von Ouagadougou verlief problemlos. Allerdings sorgten das bunte Treiben an den Straßenrändern und das Durcheinander an Autos, Mopeds, Motorrädern und Fahrrädern auf den teilweise sehr alten Straßen für einiges Staunen meinerseits und damit zur Belustigung meiner Begleiter. Nach einer kurzen Rast in unserer Herberge haben wir den Abend in einem kleinen Restaurant ruhig ausklingen lassen, dass auch schon Uli bei seiner letzten Reise besucht hatte.
Für den nächsten Tag stand gleich um 10 Uhr der Besuch bei der deutschen Botschaft an. Leider war der deutsche Botschafter verhindert, daher habe ich mich mit einem burkinischen Vertreter getroffen. Er war sehr nett und ich habe ihm kurz die Pläne für meinen 3-monatigen Aufenthalt in Piéla beschrieben. Direkt im Anschluss des kurzen Treffens bin ich zusammen mit Cesar, Matthias und Etienne zu der afrikanischen Kunstmesse SIA gefahren, die zufälligerweise noch wenige Tage geöffnet hatte. Es war sehr schön, gleich zu Beginn meines Aufenthaltes die Gelegenheit zu haben, Kunstobjekte, Kleidung und Spezialitäten aus verschiedenen Regionen Afrikas sehen zu können. Im Anschluss sind wir erneut im bekannten Restaurant eingekehrt, bei dem es an diesem Abend zufälligerweise von einer kleinen Gruppe gespielte Livemusik gab.
Am nächsten Tag stand nach einem kurzen französischen Frühstück der Einkauf im Supermarkt an. Ausgestattet mit 2 Einkaufswagen sind wir die Regalreihen abgeklappert und haben alles eingeladen, von dem wir uns gedacht haben, dass es wichtig sein könnte und für mindestens 2 Monate reichen würde. Wir haben schließlich ca. 100.000 CFA bezahlt, was umgerechnet etwa 150 Euro sind. Die meisten Produkte des Supermarktes sind aus Europa, aber die Preise sind etwas höher als in Deutschland. Ich habe später festgestellt, dass viele Sachen, von denen ich einen deutlich geringeren Preis als in Europa erwartet hätte, fast ebenso teuer wie in Deutschland sind. So kosten Schulutensilien und Büromaterial teilweise sogar mehr als bei uns. Im Anschluss des Einkaufs sind wir zu einem Cousin und zu einem Freund von Cesar gefahren, wo Cesar eine Matratze für mich und ein Sofa für sich und seine Familie gekauft hat. Bei Unserer Herberge haben wir schließlich die Einkäufe, die Matratze, das 4-Teilige Sofa und meine beiden Koffer in und – vor allem auf – das Auto geladen. Gegen Mittag haben wir uns dann mit vielen Spannseilen um das Auto auf die Reise nach Piéla gemacht. Wie Uli in seinem Reisebericht schon beschrieben hatte, ist die Piste nach Piéla voller Schlaglöcher und wir haben für die 240 km schließlich 6 Stunden gebraucht. Ich habe die Fahrt jedoch in schöner Erinnerung, da sich viele Menschen gefreut haben, als wir vorbeigefahren sind und ich viel von der Landschaft sehen konnte. Jetzt im November sieht man noch einige grüne Bäume und Büsche. Da die Regenzeit jedoch im September endet, ist es, abgesehen von wenigen Seen, in der Region um Piéla sehr trocken und überall ist der rötlichen Sand, der einem schnell in die Kleidung zieht. Ich hoffe ich schaffe es, ein paar Bilder dazu hochzuladen. Auf etwa der Hälfte der Strecke legten wir eine kurze Rast bei dem Bistro eines Freundes von Cesar ein. An diesem Tag habe ich zum ersten Mal Hahn gegessen. Es schmeckte sehr gut, allerdings habe ich aus Vorsicht vor dem ungewohnten Essen die Füße und den Kopf des Hahns ausgelassen. Um halb 10 sind wir schließlich in Piéla beim Haus von Cesar angekommen. Wir wurden sofort stürmisch begrüßt und ich konnte endlich Cesars Frau Angeline und drei seiner vier Kinder kennenlernen: Die 7-jährige Wendy (Wend-Yam), den 4-jährigen Arthur (Jemael Arthur)und den erst 2-monate alten Tony (Tony Benito). Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Matthias und Etienne konnte ich schließlich glücklich die erste Nacht in meinem neuen Zuhause verbringen. Den nächsten Tag haben wir schließlich ganz der Gemütlichkeit gewidmet und im Haus verbracht. Es kamen an diesem Tag gleich mehrere Freunde von Cesar und seiner Familie zu Besuch und ich sollte auch im Laufe der kommenden Woche feststellen, dass spontaner Besuch keinesfalls ein seltenes Vorkommen, sondern alltäglich im Hause Beogo ist. Die neue Woche haben wir mit einem Besuch der Schuldirektoren der Schulen Piéla A, Piéla C, Piéla E und dem Lycée de Piéla begonnen. Am Abend habe ich zum ersten Mal alle Mitglieder der Cuo Fi kennenlernen können. Sie haben für meine Ankunft eine Sondersitzung abgehalten, in der sie mich feierlich willkommen hießen und in der wir die Pläne für die nächsten 2 Wochen machten. Allerdings haben wir später immer wieder Termine verschieben oder tauschen müssen. Schon den nächsten Tag haben wir kurzfristig umgeplant, um zusammen mit dem Schulinspektor und Schulpädagogen von Piéla zu der Familie eines Mädchens zu fahren und dem Familienvater zu erklären, dass seine Tochter im Mädchenwohnheim am besten aufgehoben ist. Ich habe schnell gemerkt, dass hier Afrika Zeit eine andere Rolle spielt und das miteinander Sprechen für die Menschen sehr wichtig ist. Oft geben die Leute auch Geschenke, wie Hühner oder Erdnüsse, um ihre Dankbarkeit auszudrücken.

Am Mittwoch sind wir in mehrere Orte gefahren, um verschiedene Schulinspektoren zu besuchen. Zu den Aufgaben der Schulinspektoren gehört die übergeordnete Koordination der Schulen, die in ihren Arbeitsbereich fallen. Ein Schulinspektor hat uns gesagt, dass sein Büro 36 Schulen bereut, die teilweise bis zu 70 km entfernt liegen. Am gleichen Tag haben wir an einem Bistro Halt gemacht, um mit einem Inspektor Hühnchen zu essen. Leider scheint mir das Essen nicht bekommen zu sein, denn noch am Abend habe ich Bauschmerzen und Fieber bekommen. Auch am nächsten Tag ging es mir noch nicht besser. Da ich aber am übernächsten Tag zumindest kein Fieber mehr hatte, war ein Krankenhausbesuch glücklicherweise nicht mehr notwendig. Während meines Aufenthalts nehme ich täglich das Malaria-Vorsorgemittel Malerone ein. Dennoch kann eine Erkrankung an Malaria nicht ausgeschlossen werden, weswegen Cesar sofort mit mir ins Krankenhaus fahren wird, sollte ich länger als einen Tag hohes Fieber haben.
Am Samstag ging es mir aber schon wieder einigermaßen gut, dennoch blieb ich zur Erholung noch Zuhause. Am Morgen des Sonntag ging ich zum ersten Mal mit Cesar und seiner Familie in die Messe. Das war wirklich schön. Es waren fast 300 Leute in der Messe und der Priester Abbé Jakob hat mich von Cesar vorstellen und willkommen heißen lassen. Die Messe war komplett auf Gurmantché, einer der vielen einheimisch Sprachen Burkina Fasos, die in Piéla am meisten vertreten ist. Obwohl ich dem Inhalt der Messe natürlich nicht folgen konnte, war es sehr schön dabei zu sein und der Gemeinde bei den Liedern unterstützt durch Trommeln und einer Sängerin zuhören. Im Anschluss der Messe haben uns einige Leute begrüßt und ich bin mit Cesar zu Abbé Jakob gegangen. Er hat uns von einigen aktuellen Problemen wie dem Mangel an Schulbänken in der kleinen Schule hinter der Kirche berichtet. Natürlich spricht Cesar mit den Leuten, die wir besuchen, entweder französisch oder gurmantché, daher kann ich meist nur wenig der Unterhaltung folgen und lasse mir von Cesar nachher immer eine kurze Zusammenfassung geben.
Die neue Woche haben wir mit einem Besuch des Haut-Commissaire, des Bürgermeisters, des Krankenhausdirektors und der beiden Schulinspektoren von Bogandé begonnen. Am nächsten Tag ging ich für einen Tag in den Kindergarten von Piéla. Dort gibt es zur Zeit nur eine Gruppe, die allerdings aus über 70 Kindern im Alter zwischen 3 und 6 Jahren besteht. Die Kinder waren total begeistert, einen Weißen zu Besuch zu haben und ich hatte die ganze Zeit eine Gruppe an Kindern um mich. Einer der beiden Kindergärtner hat mir an einem Laptop gezeigt, welches pädagogisches Programm sie für die Kinder vorbereitet haben. Ich werde wahrscheinlich leider keine Zeit haben, mir einmal anzusehen, wie eine Lehrstunde im Kindergarten abläuft. Am Mittwoch bin ich mit Joseph, dem Sohn eines Verwandten von Cesar, in Piéla einkaufen gegangen. Neben der Arbeit für die Cuo Fi hat Cesar natürlich noch seine eigene Arbeit in Piéla, wo er im Büro des Schulinspektors arbeitet. Daher habe ich manchmal den Vormittag frei und gehe dann z.B. in die Innenstadt von Piéla, die nur wenige 100 m von Cesar's Haus entfernt ist. Es gibt in Piéla viele kleine Straßenläden, bei denen z.B. Gemüse, Obst, Taschen, Schuhe oder frisch gegrilltes Hühnchen gekauft werden kann. Viele der Stände, die zusammen den Markt bilden, haben nur alle 3 Tage geöffnet. Bei einem Stand habe ich mit Joseph Patates eingekauft, die Angeline später wie Pommes zubereitet hat. Beim Einkauf der Patates habe ich auch zum ersten Mal eine Ratte hier gesehen, als diese schnell über einen der Reissäcke huschte.

Am Donnerstag war Cesar wieder arbeiten, deswegen fuhr ich zusammen mit Matthias und Joseph zu zwei Brunnen in Piéla und dem nahe gelegenen Noali. Die Brunnen sind beide in gutem Zustand und man kann mit relativ wenig Kraftaufwand viel klares Wasser an die Oberfläche befördern. Ich mache ein paar Bilder, während sich Matthias mit den Leuten auf Gumanché unterhält. Wieder zurück am Haus fährt Matthias auf seinem Moped zu sich, während Joseph und ich nochmal einen Rundgang durch die Stadt machen. Ich gebe mehreren Kindern Luftballons und Joseph meint, ich werde die nächsten Tage nicht mehr durch die Stadt gehen können, ohne nach Luftballons gefragt zu werden. An einem Stand kaufe ich mir zwei kleine gelbe Früchte, die sich mir später als Melonen präsentieren. Jetzt im November gibt es nur eine relativ kleine Auswahl an Früchten und Gemüse, aber Cesar meint, dass es ab Dezember wieder viel geben wird. Den Freitag hat Cesar sich wieder frei genommen, um gemeinsam mit Etienne und mir die Partnerschule der Marienschule Euskirchen in Sekuantou zu besuchen. Zur Zeit besuchen ca. 250 Schüler die Schule und es gibt 4 Klassen. Wir gucken uns die von der Partnerschaft gebauten Gebäude an und setzen uns mit dem Schulleiter und den drei Leuten der Elternpflegschaft zusammen, um über aktuelle Probleme zu sprechen. Wir notieren uns, dass zur Zeit noch zu wenige Schulbänke da sind und dass das Schulessen für die Familien ein Problem ist. Bei dem Besuch der Klassenräume kann ich mir ein Bild davon machen, wie eingeengt die meisten Schüler auf den Sitzbänken sitzen. Das Schulessen ist insofern ein Problem, dass es in der Schule im Jahr nur für etwa 8 Monate Geld für Schulessen gibt und die Schulküche daher gerade kein Essen kochen kann. Für viele Familien ist es ein Problem, ihre Kinder von morgens früh bis nachmittags zur Schule zu schicken und ihnen dazu noch Essen mitzugeben. Leider haben dieses Problem fast alle Schulen. Wir bitten den Schulleiter, dass er uns eine Kalkulation der benötigten Nahrungsmittel erstellt und fahren nach einer kurzen Verabschiedung der Schüler wieder zurück nach Piéla.
Am Samstag fahren Cesar und ich nach Gori um mehre Patenkinder und ihre Familien zu treffen. Ich habe einen kleinen Fragebogen dabei, den ich zusammen mit jedem Patenkind ausfülle. Anschließend mache ich jeweils ein Bild von dem Patenkind und ein gemeinsames Bild mit den Geschwistern. Als wir mit allen vier Patenkindern in Gori gesprochen haben, fahren Cesar und ich wieder. Aber nicht, ohne uns von der großen Gruppe an Kindern zu verabschieden, die unserem Auto hinterherrennt. Später am Tag fahren wir auf das Feld von Abbé Jakob, um ihm bei der Ernte der Erdnusspflanzen zu helfen. Da die Arbeiter bei unserer Ankunft jedoch schon fertig sind, unterhalten wir uns nur kurz mit einer Familie und fahren anschließend wieder nach Hause, wo wir uns für die Abendmesse frisch machen. Die Abendmesse ist ganz auf französisch und es sind viele Schüler aus den naheliegenden Schulen dabei.
Den darauffolgenden Sonntag nutze ich dazu, etwas an meinem Bericht zu schreiben und bei einem Materialtransport zu helfen. Nicht wenige Leute müssen lachen, als sie mich da beim Rückweg zusammen mit Joseph auf dem kleinen Eselskarren sitzen sehen.
Gestern bin ich zusammen mit Cesar, Angeline und Tony über die Piste in das etwa 160 km entfernte Gayeri gefahren. Angeline musste ein Papier unterschreiben lassen und Cesar und ich sind Patenkinder besuchen gegangen. Leider konnten wir nur zwei Patenkinder ausfindig machen. Im Anschluss sind wir zum Polizeiprefäkten gefahren und haben bei der Familie des Bruders von Angeline eine Rast eingelegt. Das Essen – Couscous mit Hühnchen in Tomatensauce – war sehr lecker, den Nachtisch – Hühnchen – habe ich jedoch lieber weggelassen. Was ich definitiv in super Erinnerung behalten werde ist der uns gereichte selbstgemachte Saft der Früchte des Baubab-Baumes (Pein des Singe Früchte) und der Früchte Les Feuilles des Bisab. Um zwei Uhr Mittag haben wir uns schließlich wieder auf den Rückweg gemacht. So wie wir am Morgen das Aufgehen des Sonne beobachten konnten, war es jetzt bei der Rückfahrt das Untergehen der Sonne. An diesem Abend sind wir schließlich alle geschafft ins Bett gegangen.

Für heute steht wieder ein Brunnenbesuch an. Ich hoffe, ich kann mich bald wieder mit Neuigkeiten melden.

Viele Grüße auf Piéla! 

Lorenzo

Die Kinder aus dem Dorf Gori Geerntete Hirse und Sesam Der Brunnen bei Noali Ein Baobab-Baum Besuch bei der Familie des Mädchens, das gerne das Mädchenwohnheim besuchen möchte

 

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